Theater Neu-Ulm

Richtige Adresse für "Gute Komödie" - "Die Räuber" von Friedrich von Schiller

"Die Kinder des Lichts weinen am Hals der weinenden Teufel"

(Welt-)Uraufführung des Werkes von Alma Zorn - In enger Anlehnung an Friedrich Schillers Dramenerstling.

Und hier Publikumsstimmen dazu

Regie: Claudia Riese
Karl Moor: Ralf Schneckenburger
Amalia: Joana Dentler
Franz Moor: Frank Schneider
Räuber Moritz: Sebastian Krawczynski
Der alte Moor: Heinz Koch
Das Autonome Goethe- und Schiller-Theater Neu-Ulm wollte, nachdem es vor acht Jahren einen sehr beachteten "Faust I" (Goethe) gemacht hatte, schon immer auch ein Stück seines zweiten Namenspatrons auf die Bühne bringen.

Natürlich kann ein Theater unserer Größe keinen "Don Carlos" oder gar "Wallenstein" stemmen. Und auch nicht "Die Räuber" - wenn, ja wenn nicht jetzt diese Fassung von Alma Zorn vorläge. Da haben wir gleich zugegriffen.

Drei Tote auf der Bühne

Schillers Die Räuber sind der Aufschrei eines Zwanzigjährigen gegen Unterdrückung und für Meinungsfreiheit, sind die Rebellion der Jugend gegen eine erstarrte Gesellschaft, gegen eine Welt, für die sie nur Verachtung übrig hat. Sie sind damit das wichtigste Beispielstück einer literarischen Strömung in Deutschland, die »Sturm und Drang« genannt wird und sich gegen die Nachahmung des höfisch-französischen Klassizismus wendet, gegen Fürstenwillkür kämpft und autoritäre Familienstrukturen verändern will.

Und sie sind Schillers indirekter Darstellungsversuch von eigenen Neurosen, von Liebe und Tod, von hellsichtigen Todesphantasien und auch vom Liebesentzug des Vaters – des echten Vaters, der ihn in eine Anstalt steckt, und des angemaßten, Karl Eugen, der ihn dort drillt.

Nicht der bösartige Franz, der sich selbst erschießt, schafft den lange hinausgezögerten Vatermord, sondern tatsächlich der "gute" Karl. Und nicht nur diese Radikallösung eines Vater-Sohn-Konflikts geht auf sein Konto, auch der Mord an seiner über alles (???) geliebten Amalia. Die Geliebte muss geopfert werden, um ein den Männern gegebenes Wort halten zu können. Da mag natürlich pubertäre Unerfahrenheit dahinterstecken, die im abgeschotteten Anstaltsleben ihren Ausgang hat – wo sonst soll das Frauenbild des jungen Schiller geprägt worden sein.

Aber auch ein ganz bestimmter Begriff von Freiheit ist herauszuhören, wie er damals nur in einer Männergesellschaft gedacht werden konnte. Die Frau war Objekt. Allenfalls ihre Unschuld galt es zu beschützen. Aber einer eigenen Entscheidungstat hielt man sie nicht für fähig.

Nie wieder wird Schiller seine Erziehungserfahrungen in der Anstalt derart intim und unverschlüsselt verbildlichen. In seiner (herausfordernd negativen) Selbstrezension der Räuber, die Schiller nach der Uraufführung anonym erscheinen ließ, hat er zu Karls Verhalten angemerkt: "Die Privaterbitterung gegen den unzärtlichen Vater wütet in einen Universalhass gegen das ganze Menschengeschlecht aus."

Karl Moor will sich durch Anarchie und Terrorismus für das Unrecht rächen, das ihm der Vater angetan hat. Aus einem beleidigten Gefühl heraus wird er zum Verbrecher. Am Ende muss er schließlich erkennen, dass ihm von seinem freiheitstrunkenen Aufbegehren nur Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit übriggeblieben sind, dass ihm das Revolutionäre aus den Händen geglitten ist und sich verselbständigt hat, dass alle, die ihm irgendwie nahe standen, ausnahmslos umgekommen sind.

Zwei Brüder, beide Kinder ihrer Zeit, machen die gleiche Laufbahn durch. Beide stellen sich gegen die herrschende Ordnung, wehren sich gegen das Unrecht, das ihnen die Gesellschaft und der Vater zufügt. Beide gehen an ihrer Revolte zugrunde, weil sie falschen Ansatzpunkten und Maßstäben gefolgt sind, Karl als Bandenchef, Franz auf dem Weg zur Macht. "O über mich Narren, der ich wähnete, die Welt durch Greuel zu verschönern und die Gesetze durch Gesetzlosigkeit aufrecht zu halten", gibt der Räuber Karl Moor am Ende zu.

"Das Gewalttätige an Schiller" – so ein Goethe-Wort –, das dieses Sturm-und-Drang-Stück so elementar-aggressiv macht, hat bei der Uraufführung am 13. Januar 1782 am Mannheimer Hof- und Nationaltheater eingeschlagen wie eine Bombe. Verständlicherweise.
Ein Premierenbesucher berichtete: "Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Tür. Es war eine allgemeine Auflösung wie ein Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht."

Ein Jahr zuvor hatte Schiller sein Stück im Druck veröffentlichen lassen, aus Furcht vor obrigkeitlichen Repressalien anonym und mit fingiertem Druckort. Zur Uraufführung nach Mannheim reiste er heimlich und ohne Erlaubnis des Landesvaters.

Dessen Reaktion kam prompt. Schiller erhielt Schreibverbot und durfte das Herzogtum bei Strafe nicht mehr verlassen. Ihm blieb nichts anderes übrig, als aus dem Herzogtum zu fliehen, nach Mannheim, ins "Ausland", was überall dort war, wo das Herzogtum aufhörte. Schiller wurde nun, wie viele seiner Zeitgenossen auch, zu einem politisch Verfolgten, einem Emigranten auf der Flucht.

Der Inhalt kann in unserer Inszenierung sehr gut nachvollzogen werden:

Franz Moor, der zweitgeborene, auch durch sein Äußeres benachteiligte Sohn des Maximilian von Moor ersinnt eine Intrige, um seinem Bruder das Erstgeborenenrecht zu nehmen. Karl hat von Leipzig aus an seinen Vater einen Brief geschrieben, in dem er sein lockeres, allerdings harmloses Studentenleben bereut.

Franz ersetzt den Brief durch ein angebliches Schreiben eines Dritten, das Karl als Verführer einer Frau, deren Verlobten er im Duell getötet haben soll, und polizeilich verfolgten Banditen darstellt.

Der Vater glaubt es und bittet Franz, Karl zur Rede zu stellen. Dieser schreibt – angeblich vom Vater beauftragt – einen Brief, der den Bruch bedeutet.

Karl ist zerschmettert und beschließt, nun wirklich der Räuberhauptmann zu werden, für den er gehalten wird; wie ein zweiter Robin Hood tritt er mit seinen Leuten in den Wäldern als Rächer der Unterdrückten auf, wobei einige seiner Männer keinerlei Idealismus, sondern reine Raub- und Mordlust an den Tag legen.

Karls tragische Position verschärft sich, als er seinen Freund Roller (bei uns "Moritz") rettet und dafür eine Stadt in Brand setzt, so daß Unschuldige, auch Kinder und Greise, ums Leben kommen.

Er will das Räuberdasein lassen, doch schwört er seiner Bande Treue und begibt sich zum väterlichen Schloß, um den Vater und Amalia, seine Verlobte, noch einmal zu sehen.

Mittlerweile regiert dort sein Bruder Franz; der Vater ist im Hungerturm, nur Amalia entzieht sich seiner Annäherung.

Karl verkleidet sich und tritt ins Schloß, aber Franz erkennt ihn und fürchtet um sein Leben. Als Karls Räuber das Schloß stürmen, begeht er Selbstmord.

Nun entdeckt Karl die Ränke des Bruders, befreit den Vater aus dem Turm, dieser stirbt jedoch, als Karl seinen wirklichen Lebenswandel offenbart.

Amalia erkennt ihn, ist von seiner tragischen Schuld entsetzt und sehnt sich nach dem Tod; Karl, durch seinen Treueeid an seine Leute gebunden, muß sie töten
und läßt sich schließlich durch einen notleidenden Tagelöhner an die Behörden ausliefern, um diesem durch die ausgesetzte Belohnung ein besseres Leben zu ermöglichen. ("Dem Manne kann geholfen werden!")



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"Miriam ganz in Schwarz"

Miriam ganz in SchwarzDas Stück (hier eine einfühlsame Rezension von Dagmar Hub in der Neu-Ulmer Zeitung) soll in Schulen aufgeführt werden. Interessenten mailen an "Miriam ganz in Schwarz"

"Miriam, ganz in Schwarz"; von Jörg Menke-Peitzmeyer handelt von der neu in die Klasse gekommenen Mitschülerin Miriam (gespielt von Melanie Schmidt, Foto), die mehrmals im Monat auf Beerdigungen fremder Menschen geht. Da sie weiß, dass dies nicht 'normal' ist, versucht sie, ihren Zuhörern zu vermitteln, warum sie die tut und was es ihr gibt.

Miriam weiß nicht, wie sie ihre Lust auf Beerdigungen bezeichnen soll: Lust / Laster / Ritual / Hobby/ Zwang? Und was ist Sie? Eine Süchtige? Eine Verrückte? Eine Täterin? Jedenfalls mischt sich Miriam unter die Trauergemeinde und manchmal weint sie sogar mit. Und sie weiß schnell, ob der/ die Verstorbene geliebt wurde oder nicht.

In "guten" Monaten kommt die Schülerin auf acht Beerdigungen und schafft sich so ihren ganz eigenen Ausgleich zum Alltag. Für Miriam steht fest: Das Schönste ist immer das Singen!

Fürs junge Publikum gut nachvollziehbar, setzt Miriam sich mit den Themen Tod, Vergänglichkeit, mit ihren Gefühlen, die sie sonst zu verbergen sucht, sowie mit Klischées ihrer Altersgruppe auseinander.


(Nur) wenn sie will, kann sie so schwäbeln wie sonst keine kann.

Top-Actrice Claudia Riese







Ich bin die Josi

Kooperation mit Josi

Das Theater Neu-Ulm und das Café Josi kooperieren auch in der Spielzeit 2018/19. Zum Beispiel feiern wir da, eingeladen vom Inhaber-Ehepaar (!), unsere Premieren. Das waren schon in der letzten Spielzeit sehr vergnügliche Treffs des Publikums mit unseren Bühnen-Künstlern.

Unsere Theaterkarten haben im Zuge dieser Kooperation einen zusätzlichen Wert - siehe Aufdruck (aufs Bild klicken).

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