Theater Neu-Ulm
IHREN Ansprüchen wollen wir genügen - "NonnSense", Musical von Dan Goggin

Musical "Non(n)sense"

von Dan Goggin, Deutsch von Markus Weber

Das AuGuS-Theater Neu-Ulm spielte ab Oktober 2002 das meistgespielte Klein-Musical der Welt (5000 Inszenierungen, übersetzt in 26 Sprachen) mit dem schönen Titel "Non(n)sense". Der Name ist Programm, die Geschichte ist absolut unmöglich, ein umwerfend komischer Plot:

Ein paar Nonnen aus dem Orden der "Kleinen Schwestern von Hoboken" sind unter der Leitung ihrer Mutter Oberin bei den Ursulinerinnen zum Bingo-Spiel. Dadurch entgehen sie einem "kleinen Mißgeschick" in ihrem Kloster: Die Daheimgebliebenen haben von einer vergifteten Fischsuppe gegessen, und so liegen bei der Heimkehr der Bingospielerinnen 52 Mitschwestern mit dem Gesicht in der Suppe. Zu allem Unglück fehlte das Geld für die Beerdigung aller Mitverstorbenen. So wurden nur 48 Schwestern auf herkömmliche Weise beerdigt, die restlichen Vier sind in der Tiefkühltruhe zwischengelagert. Und nun hat sich der Wirtschaftskontrolldienst angekündigt. Die Vier "müssen raus, aus der Truhe" und ordentlich beerdigt werden. Und dazu muss eine gute Idee her, die das nötige Geld bringt.

Die 19 überlebenden Schwestern beschließen, ein Benefizkonzert zu veranstalten; dazu sucht die Mutter Oberin, die selbst auch mitwirkt, die vier Besten aus. Es wird ein Programm zusammengestellt, zu dem jede der Fünf beiträgt, was sie so auf der Pfanne hat. Dieses für Nonnen eher ungewöhnliche Unterfangen wird zu einem außergewöhnlichen Nonnen-Entertainment-Erlebnis für die Zuschauer im AuGuS-Theater Neu-Ulm - das Showprogramm der fünf glorreichen Nonnen reicht vom Spitzentanz über eine Country-Nummer bis zum Bauchreden - oder anders: vom Hymnus zum Rhythmus, vom Rosenkranz zum Freudenschrei. Gott sei's getrommelt und gepfiffen, die Show nimmt ungeahnte Ausmaße an ...

"Non(n)sense" gewann 1986 den Outer Critics Circle Award als bestes Off-Broadway-Musical, für die beste Musik und das beste Buch (Goggin führte dabei auch Regie).


Publikumsstimmen


Darstellerinnen:

Sr. Maria Regina, Mutter Oberin: Heinz Koch
Sr. Maria Hubert, die Nummer zwei: Claudia Riese
Sr. Maria Robert-Anna, die Kfz-Schwester: Christina Hoff / Carolin Gutting
Sr. Maria-Amnesia, die Findelschwester: Isabel Gauß
Sr. Maria Leo, die Spitzenschwester: Wibke Richter / Anna Mekhail
Regie: Claudia Riese
Step-Choreographie Meic Stephan
Ballett-Choreopgraphie Caterina Salvadori
Musikalische Leitung: Markus Romes
Bühne: Helmut Szameitat

Halleluja-Stompers:

Markus Romes, (35) der musikalische Leiter lebt seit 2000 wieder in Ulm und arbeitet für verschiedene Bühnen, Konzertveranstalter und Musikproduzenten innerhalb und außerhalb Ulms als Pianist, Dirigent, Komponist und Arrangeur. In Ulm ist er auch als Klavierlehrer tä-tig.

Tina Wolf aus Ulm-Söflingen spielt Klarinette, Sopran- und Altsax. Mit dem Saxophon-Quartett der Musikschule Ulm erzielte sie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den 2. Preis in der Ensemblewertung. Sie ist auch Klarinettistin in der „SINFONIETTA“ des Humboldt-Gymnasiums (Ulm).

Der Illertissener Bassist Ivo Deininger hat in Frankfurt Musik studiert. Er tritt überwiegend im oberschwäbischen Raum in verschiedenen Jazzformationen auf.

Harry Reischmann ist den Ulmern als Drummer und Sänger der Coverband METROPOLIS bekannt. Er spielt auch in der Galaband CITYSWINGTETT Schlagzeug.

Der Neu-Ulmer Drummer Bernd Botzenhardt spielt bei FUNKYSITE und in der Stadtkapelle Neu-Ulm das Schlagzeug.

PREMIERE / Musical Nonnsense" im Theater Neu-Ulm

Turbulente Bühnenshow findet begeistertes Publikum

Himmelschreiend komischer Sister-Act: Das Theater Neu-Ulm trumpft in dem
kultigen Musical "Nonnsense" mit Slapstick und kunterbuntem Show-Rabatz auf.

CHRISTA KANAND

Heiliger Bimbam, die Nonnen sind los! Der erste Coup schon vor Beginn: Im
Foyer, an der Theke, an der Garderobe, im Saal - ein Dutzend Nonnen im
schwarz-weißen Habit der Benediktinerinnen. Wenig später nach dem strengen
gregorianischen Gesang "Veni creator spiritus" zauberten die Unschuldslämmer, die auch richtig zoffen und giften können, mit actionreichem Show-Rabatz in Dan Goggins Kultmusical "Nonnsense" jetzt mitten im Herbst schon Silvesterstimmung ins Theater Neu-Ulm. Regie führte Claudia Riese.

"Ein kleines Missgeschick", wie die grobschlächtige Mutter Oberin (Heinz "Maria Regina" Koch) den Schwestern und Brüdern im fast vollbesetzten Saal erklärt, war Schuld an allem - so der amüsante Musical-Plot. Während für 19 Nonnen die heimliche Zockerei beim Bingo zum Lebensretter wurde, gaben 52 Mitschwestern im Nonnenkloster den Löffel ab. Sie aßen eine vergiftete Fischsuppe, "sozusagen das letzte Abendmahl". Sense.

Die Krux im Sister-Act? "Ohne Knete keine Gebete" und auch kein Begräbnis für alle. Vier Tote sind noch in Kühltruhen gelagert. Geld muss her durch eine Benefiz-Gala - Showtreppe, echter Fiat-Oldie, Seifenblasen und Fliederduft inklusive (Bühne: Helmut Szameitat). Da sollen vier Nonnen zeigen, "was sie so auf der Pfanne" haben.

Und das war außer schönen Beinen und mitreißender Spielfreude eine Menge!
Claudia Riese, Carolin Gutting, Isabel Gauß und Anna Mekhail wucherten an der Seite der herrlich drögen Mutter Oberin mit ihren Talenten. Einfach sehenswert, wie auf Teufel komm raus, oft mit himmelschreiender Komik gespielt, getanzt (Einstudierung: Caterina Salvadori/Meic Stephan) und kess gesungen, mal auch schräg gegrölt wurde. Klasse-Nummern rissen zu Zwischenapplaus hin.

Die "Halleluja-Stompers" mit den versierten Nonnen Markus Romes (Klavier,
musikalische Einstudierung), Tina Wolf (Klarinette, Sax), Ivo Deiniger (Bass) und Harry Reischmann (Schlagzeug) fackelten astrein den griffigen Stile-Mix aus Klassik, Rock und Pop ab. Himmelauf begeistert war das Publikum. Kein Wunder, der Titel-Song heißt: "Nonnsense kann selig machen."

Südwest Presse, Montag, 28. Oktober 2002


Die letzte Truhestätte

Premiere des Musicals „Nonnsense“ im Theater Neu-Ulm

Von unserem Mitarbeiter Christian Oita

Ob sich dem Theater Neu-Ulm durch die Aufnahme eines Musicals in den Spielplan ein neues Publikum erschließt, werden die nächsten Wochen zeigen. Der Premierenabend von „Nonnsense“ war für das Haus jedenfalls ein Triumph.

Der große Personalaufwand hat sich insofern gelohnt. „Nonnsense“ ist ein ausgesprochen amerikanisches Stück. 1985 aus einem New Yorker Comedy-Programm entwickelt, mauserte sich Dan Goggins Nonnen-Revue zum weltweiten Renner auf kleinen Bühnen. Die Handlung ist vollgespickt mit makabrem, teils recht deftigem Humor, der aber offenbar rund um den Globus verstanden wird.

Singen für die kalten Schwestern

Eine vergiftete Fischsuppe hat 52 Nonnen in einem Kloster auf einem Schlag dahingerafft. Die überlebenden Schwestern - sie waren während des letzten Abendmahls beim Bingospielen - stehen nun vor einem Problem. Ihnen sind die finanziellen Mittel für die Beisetzung einiger Nonnen ausgegangen. Diese warten derweil in einer Tiefkühltruhe auf ihre letzte Ruhestätte. Oberschwester Maria Regina (Heinz Koch) möchte mit einer Benefizveranstaltung das nötige Geld
eintreiben. Unter ihrer Leitung gestalten die Mitschwestern mit ihren verborgenen Talenten das Programm. Da wäre die Findelschwester Maria-Amnesia (Isabel Gauß), die immerzu etwas vergisst, und in Wirklichkeit eine Countrysängerin werden wollte. Oder die Kfz-Schwester Robert-Anne (Carolin Gutting), die ihr Schicksal als Zweitbesetzung nicht hinnehmen will, und dann das schönste Lied
des Abends singen darf. Spitzenschwester Leo (Anna Mekhail) hat das Zeug zur Ballerina, während die vorlaute Maria Hubert (Claudia Riese) Führungsqualitäten aufweist. Bis das letzte Halleluja gesungen ist, hat jedes klösterliche Showtalent seinen Solo-Auftritt.

Der hohe Spaßfaktor ist dem Publikum bei diesem „Benefizkonzert“ garantiert. Das moderne Musical profitiert nicht zuletzt von der eher traditionellen Musik. Bandleader Markus Romes (Piano) setzt mit seinem akustischen Trio humoristische Spitzen - sogar das Klingeln des Telefons ist handgemacht. Die Acteure wiederum arbeiten zwar mit Netz(Strümpfen), aber ohne Tonabnehmer und doppeltem Boden.
Besonders Heinz Kochs gröhlende Oberschwester ist wirklich saukomisch. Trotz etlicher blasphemischer Momente hat Claudia Rieses glorreiche Inszenierung Beistand von ganz oben.

Neu-Ulmer Zeitung, Montag, 28. Oktober 2002



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Den Fakten-Manipulierern entgegengeschleudert:

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Ab 20. April wieder:

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Freitag, 28. April:

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