Theater Neu-Ulm

Neu-Ulms einzig{artig}e Profibühne >>> "Männergespräche" von Morten Feldmann

Malte, Jakob und Sebastian reden über Sebastians Frau und lassen dabei ganz schön tief blicken. Malte spricht den Frauen aus dem Herzen, Sebastian labert sich was von der Seele, und Jakob hat von nichts ne Ahnung.

Rowohlt Theater Verlag, Hamburger Straße 17, 21465 Reinbek

Premiere: Freitag, 13. April 2012.

Besetzung:
die Riese Richard Aigner Torsten Ibach Heinz Koch


nuz-rezension
  • Rezension Neu-Ulmer Zeitung: Klick aufs Bild links
  • Südwest Presse-Rezension Klick hier


  • Erste Informationen zum Stück

    In dieser Komödie von Morten Feldmann [Autor auch des Romans "Der perfekte Mann" (2004)] sind drei Typen nicht ganz allein zu Haus, sie sind zu zweit oder zu dritt, aber ohne Frauen. Sie sind also ungestört, "unter sich". Und führen "Männergespräche".

    Worüber reden Männer, wenn sie unter sich sind, wenn keine Frau in der Nähe ist?

    Falsch!

    Glaubt man dem Buch "Wie Männer & Frauen ticken" von Hauke Brost gilt folgende Hit-Liste beim Talk unter Kumpels: absolut on Top der Job ("Und - wie läuft's bei dir?"). Auf dem zweiten Platz: das Thema "Maschinen". In jeder Form - vom Auto bis zum Schlagbohrer. Und dann? Drittens? Das gemeinsame Hobby! Auf Platz 4 und 5 folgen die Sabbel-Themen "Polizei" "und Politik". Und danach, endlich, auf Platz sechs: Frauen. So ganz allgemein, nix Spezielles.

    Die "Männergespräche", denen das Publikum im AuGuSTheater lauschen darf, haben die Themenkomplexe 1 bis 5 hinter sich. Jetzt geht's ans Eingemachte.

    Das Quartett (drei Mimen plus Regisseur) macht aus seinem Herzen keine Mördergrube und lässt ganz schön tief blicken:

    Schlüsselloch-Blick für weibliche Zuschauer, für männliche Besucher: Blicke in den Spiegel.




    Maennergespraeche

    Maennergespraeche

    Maennergespraeche






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Zu obigem Bild:

Heinz: Übrigens: Corona hat mich resozialisiert. Früher, vor Corona, hatte ich, wenn Weihnachten zu feiern war oder Silvester oder irgendein Familienfest, immer die Ausrede: "Ich hab Auftritt". Und dann kam Corona, lockdown. Die Ausrede war unnötig. Da war ich plötzlich in die Gesellschaft re-integriert. Alle waren zu Hause.

Alle hatten Mattscheibe.

Krimis, Krimis, Krimis, Mord und Totschlag. Am laufenden Band, in Wiederholungsschleife. Jeden Abend. Ab und zu ne Ministerpräsidentenrunde zur Pandemie-Entwicklung. Inzidenzen, r-Werte und zwischendurch wie Kai aus der Kiste: Karl, der ewige Karl. Der Lauterbach hatte ja zu allem und jedem was zu schwätzen. Sogar bei Bild-TV und in der Kebekus-Show trat der auf. Jetzt wird kolportiert, er macht demnächst auch noch das Wort zum Sonntag.

Und dann hauptsächlich immer wieder Morde überall. Pro Kopf die Höchst-Rate offenbar in Rosenheim. Jeden Dienstagmorgen: "Mir habet ene Laich." Und am Abend ist die dann im Vorprogramm des ZDF, zwischen Bett1.de, Kijimea pro, Tebonin und dem Lacalut-"Ich hab nur zwei Probleme"-Typ.

Am Bodensee wird ja immer montags gemordet. Aber Reise-Warnungen gibt es auch für Stralsund, Wismar oder Leipzig. Bad Tölz ist inzwischen wohl clean, Mord-Inzidenz gegen Null. Vermutlich nur scheinbar, da ist bloß der Bulle in Rente gegangen.

Mal so nebenbei: Wie viele Kripoleute ich im lockdown per Glotze kennengelernt habe, das geht auf keine Kuhhaut, von A wie Ainfachnur aus München bis Z wie Zielonka aus Hengasch.

Und dann passiert eines Abends was Unvorhergesehenes:

Wir sitzen da so traut auf’m Sofa, die vierte Wiederholung irgendeines uralt-Barnabys soll kommen, da ist der Bildschirm plötzlich schwarz.

(Krimi-Trailer – bricht plötzlich ab, Heinz fummelt ein wenig mit der Fernbedienung, kein Ergebnis)

Heinz: (schaut auf sein Smartphone, lacht): Das ist ja witzig.
Claudia: (schaut auf ihr iPhone, murmelt abwesend) Was denn?
Heinz: Das ist echt zu witzig. Dieser Clip. Könnt mich kringeln
Claudia: Dann zeig doch mal.
Heinz: Geduld! Ich schick's Dir gleich rüber.