Theater Neu-Ulm
IHREN Ansprüchen wollen wir genügen - Leseprobe zu "Liebe & andre Katastrofen"

Liebe & andere Katastrofen



Passen Männer und Frauen üüüberhaupt zusammen?



Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Aufführung durch Berufs- und Laienbühnen, des öffentlichen Vortrags, Verfilmung und Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Abschnitte. Das Recht der Aufführung oder Sendung ist nur von AuGuSTheater Neu-Ulm GbR Heinz Koch Büroadresse: Friedenstraße 14, 89231 Neu-Ulm zu erwerben. Den Bühnen und Vereinen gegenüber als Manuskript gedruckt. Dieses Exemplar kann, wenn es nicht als Aufführungsmaterial erworben wird, nur kurzfristig zur Ansicht entliehen werden.

Personen:

Man könnte jede Szene von verschiedenen Personen spielen lassen.

Aber im Grunde ist es ein Zwei-Personenstück.

So wird ein ganz bestimmter Reiz entfaltet, also haben wir:

Sie, Mitte 20 bis Mitte 40, attraktiv, aber zunächst als verhuschtes Mädchen daherkommend. Muss singen können.

Er, Mitte 40 bis etwa 60, immer 10, 15 Jahre älter als Sie, merkwürdiger, skurriler Typ

ein(e) Musiker(in), sehr gut gekleidet, Instrument(e): (auch) Klavier, wg. Songbegleitung

Bühne:

zwei Stühle

ein Tischchen, darauf zwei Sektgläser

Kostüme

Sie kommt mit einem Kostüm aus. Man kann mehr machen, aber letztlich bringt es nichts. 
Wer unbedingt will, kann mit Frisuren etwas probieren, kleine Asseccoires verändern.

Er braucht ein Grundkostüm, in dem er skurril aussieht. Wegen des Ausgangs der ersten Szene muss er sich allerdings einmal umziehen.

Vorspiel

Publikumslicht aus, Sie und Er treten im Dunkeln auf, dann bekommen beide je einen Spot, der möglichst nur das Gesicht plus Oberkörper beleuchtet.

Er: Alle fühlen sich ungeliebt, weshalb sie versuchen, zu viele zu lieben, was dazu führt, dass sie niemanden lieben, nicht einmal sich selbst.

Sie: Glücklich ist der Mann, der Frau von Frau nicht unterscheiden kann.

Blackout 

( beide treten ab)

Zwischenmusik (wie bei Stummfilmen)

Erste Szene: Das Ekelpaket



Volles Licht. 

Sie (kommt rasch auf die Bühne) 

Er: (hinterher, bettelnd, etwas weinerlich) Susi, Susi, warte doch! (Hat eine Tasche/Papiertüte eines teuren Geschäftes in der Hand, stellt sie auf einen Stuhl, wirft sein Jackett darüber und will Sie umarmen)

Sie: Lass das, nein! Hau ab!

Er: (nimmt Krawatte ab) Ach komm, Susi. Was soll das denn?

Sie: (äfft ihn nach) Was soll das denn? Was soll das denn? Ich will nicht, verstehst Du? Geh, verschwinde.

Er: Ist das ein neues Spiel, das törnt mich aber gar nicht an. (beginnt, sein Hemd aufzuknöpfen)

Sie: Ach, das törnt den Herrn gar nicht an. 

Er: (umarmt sie von hinten) Jetzt komm, was machst du denn?

Sie: (Schreikrampf, aufstampfen, toben) Was machst du denn? Was machst du denn? Was machst DU denn? Lässt dich sieben Monate nicht blicken, kein Telefonat nichts. Dann kommst hier hereingeschneit, der tolle Herr Direktor, und meinst die kleine Tipse kippt ihm sofort in die Arme...

Er: (versucht nochmals an sie ranzukommen)

Sie: Jetzt hau aber ab. Ich will nicht mehr. Ich hab mich dran gewöhnt. Ich bin zwar jetzt allein, aber nicht einsam. Mensch, verschwinde!

Er: (wendet sich langsam seiner Tasche zu, will vielleicht doch gehen)

Sie: Und in so was war ich mal verliebt!

Er: (in seinem halbgeöffneten Hemd, die Tasche in der Hand) Verliebt! Verliebt! Ja, du warst verliebt. Aber geliebt hast du mich nicht. Sieh mich dagegen an: Ich sehe dich sieben Monate nicht, mach die weite Fahrt hierher, 700 Kilometer, sehe dich und - bin wieder Feuer und Flamme.
(berichtigt sich) ä, das heißt, ich war immer Feuer und Flamme, die ganzen sieben Monate, permanent.
Ich bin dir also treu. Ja, man kann das ruhig Treue nenen.
Du dagegen, du bist treulos, das sieht man ja. Frauen sind im Grunde immer treulos.
Männer lieben einfach nur.
Frauen muss man immer was mitbringen: Blumen, Konfekt, Schmuck, (zieht aus der Tasche den billigsten Piccolo) Champagner!
Hingebung, so nach dem Motto 'Augenblick verweile doch du bist so schön' - das reicht euch eben nicht.
(beginnt den Piccolo zu öffnen und, während er weiterspricht, den Sekt in die zwei Gläser zu füllen, eines wird etwas voller als das andere )
Frauen wollen immer etwas haben. Du zum Beispiel, du willst mich haben. Du willst mich immer bei dir haben. Das geht eben nicht. Ich habe eben Frau und Kinder. Die liebe ich auch. Ich kann sie nicht verlassen.
Du willst, dass ich sie verlasse. Du bist eben egoistisch. Frauen sind im Grunde immer egoistisch. 
Du willst, dass ich mich scheiden lasse. Du willst, dass ich dich heirate. 
Was ich will, interessiert dich überhaupt nicht. Soll ich dir mal sagen, was ich will?
Ich will dich bloß lieben. Einfach nur so. Ohne zu fragen, was ich davon habe. 
Und das ist doch verdammt viel. Wo gibt es das denn heutzutage noch? Wer wird denn heutzutage noch geliebt - ich meine: Um seiner selbst willen. Das gibt es doch heutzutage gar nicht mehr. 
Da siehst du mal, was du für ein Glück hast. Aber du bist undankbar. Frauen sind im Grunde immer undankbar.
Du willst nicht meine Liebe, Du willst einen Trauschein, eine Rentenberechtigung. Einen Mann, mit dem du in die Vernissage gehen kannst oder zu ner Premiere im Theater. 
Du, zu sowas geh ich noch nicht mal mit meiner Frau. 
Die stellt auch gar nicht solche Ansprüche.
Die weiß, was sie an mir hat

Sie: Liebt sie Dich?

Er: Was für ne Frage! Hauptsache ich liebe sie. Jetzt komm, jetzt stell dich nicht mehr so an. Hier (hält ihr das vollere der beiden Sektgläser hin) Prösterken.

Sie: (ignoriert das Glas und wendet sich ans Publikum, dort wird ein wenig Licht gemacht) Stop! Hier unterbreche ich die Szene. Jetzt sind Sie dran, meine Damen und Herren. Diese Szene steht nämlich unter Motto: Wie soll sie ausgehen? Sie entscheiden! Es gibt zwei Möglichkeiten: A - soll er Susi rumkriegen oder soll - B - Susi ihm den Sekt in die Visage schütten? Also, Sie entscheiden!
Wer ist für die Fassung A? (Das sind immer nur ganz wenige)
Und wer ist für Fassung B? (Das ist immer die Mehrheit)
Also gut, dann spielen wir heute die Fassung B! (Publikumslicht wieder aus)

Sie: (wendet sich wieder an den Bühnenpartner) Liebt sie Dich?

Er: Was für ne Frage! Hauptsache ich liebe sie. Jetzt komm, jetzt stell dich nicht mehr so an. Hier (hält ihr das vollere der beiden Sektgläser hin) Prösterken. (wechselt dann das Glas und trinkt seines, das vollere auf einen Schluck aus)

Sie: (nimmt das dargereichte Glas, zögert, sagt)
Prost 
(und schüttet ihm dann cool den Inhalt ins Gesicht)

Er: (steht da wie ein begossener Pudel und guckt dumm)

Blackout

(beide gehen ab, Jacke, Tasche, Gläser, Piccolo-Flasche werden abgeräumt)

Erstes Lied



Sie (singt, unser Vorschlag:)

Vergessen vergessen (Kreisler)

Alternative:Ich bin von anno dazumal

Dazu besondere Spots

Er (im off, zieht das nasse Hemd aus und das endgültige Kostüm an

Nach dem Lied Licht aus,

Sie (tritt ab)

Erster Professor Bubble



Volles Licht an.

Er tritt auf,

Sie folgt ihm, hat Block und Bleistift in der Hand, womöglich Brille auf und stellt sich etwas seitwärts von ihm auf.

Er: Guten Abend, meine Damen und Herren, wir freuen uns sehr, dass Sie heute so zahlreich zu uns gekommen sind.
Wir wundern uns allerdings keineswegs darüber, denn: 
Sie wollen und sollen heute Aufschluss bekommen über eine Fundamentalfrage,  eine  Existenzfrage, über die vermutlich einzig wirklich weltbewegende Frage unserer Gesellschaft, Sie wollen wissen:
Ja, passen Männer und Frauen üüüüberhaupt zusammen?
Es ist natürlich nicht so einfach, eine Aussage darüber zu treffen, wenn man sozusagen selbst im System steckt. Deswegen haben wir uns bei einigen Geistes-Riesen umgetan und sind fündig geworden.
Tucholsky sagt:
'Der Mensch zerfällt in zwei Teile:
einen männlichen, der nicht denken will
und einen weiblichen, der nicht denken kann'

Verzeihung, so sagt Tucholsky. Und er sagt weiter:
'Beide – die Männer natürlich, aber auch die Frauen, haben sogenannte Gefühle.
Liebe, das ist so ein Gefühl. Es endet nur allzu oft in der Katastrophe.
Der berühmte Dichter und Arzt Dr. Gottfried Benn sagt:
'Die Ehe ist eine Institution zur Lähmung des Geschlechtstriebes.'

Sie: Ja, Esther Vilar hält Liebe nur außerhalb der Ehefesseln für möglich.
Für sie ist Liebe: Freundschaft plus Sex.

Er: Ich weiß nicht, wie ich jetzt gerade darauf komme - 
aber ist doch anscheinend eine Art Naturgesetz,
dass die erotische Spannung proportional zur Dauer der Beziehung und zum Alter der Partner nachlässt.

Sie: Es ist kein geringerer als Loriot, der behauptet:
Männer und Frauen passen nicht zusammen.

Er: Halt, da muss man drauf eingehen. Loriot wollte vermutlich sagen: Männer und Frauen verstehen sich nicht.
Das hört man ja oft, dass ein Mann nachts in einer Bar sagt: Meine Frau versteht mich (nicht mehr).
Das liegt dann vielleicht daran, dass er zu undeutlich spricht. .

Deswegen stellen wir an den Beginn des Abends eine Lektion in Tonbildung.
Tonbildung, verehrte Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer, ist die vielseitige, artikulatorische Arbeit innerhalb des Ansatzrohres
Weitung des Schlund-Raumes
Öffnung der Resonanzen 
Registerausgleich als Grundlage eine vollklingenden und klaren Artikulation und Vokalisation
Nehmen wir das Wort Barbara.

Heißt eine der anwesenden Damen Barbara? Nicht? Dann können wir das Wort ja nehmen.
(Ja? Dann werden wir das Wort behutsam verwenden.)

Sie können es mit Rachen -R sprechen: Barbara
oder mit Zungen -R: Barbara
oder wechselweise: anfangs mit Zungen-R und in der zweiten Silbe mit Rachen-R: Barbara
oder umgekehrt: Barbara.
Auf jeden Fall deutlich.
Wenn ein Mann so vor sich hinnuschelt: Baberakommadaher
Sehen Sie, da passiert ja nichts.
Sagt er aber (artikuliert messerscharf und in festem Befehlston) Barbara! Komm mal daher! – Dann kann die Frau gehorchen.

In jedem Falle ist eine bewusste Atmung unerlässlich. Sie muss genau beachtet werden.
Dabei wird die 'innere Energie', die 'kosmische' oder 'Vital-Energie' kultiviert.
Die Chinesen nennen diese Energie das 'Chi'.
Es durchwandert wie Blut den ganzen Körper.
Beim bewussten Atmen - übrigens: Sie dürfen sich gern ein paar Notizen machen – beim bewussten Atmen wird dieses Chi aktiviert
und seine Zirkulation im Körper unterstützt.
Um die Zirkulation des Chi im Körper vollständig zu gewährleisten,
legen wir die Zungenspitze oben am Gaumen an.
Wir atmen durch die Nase ein.
Außerdem wenden wir die sogenannte Tao-Atmung an.
Das bedeutet: Beim Einatmen wird der Bauch eingezogen,
beim Ausatmen wölben wir ihn ganz ungeniert vor.
Beim Einatmen Bauch einziehen, 
Ja, tun Sie ruhig ein wenig mit
beim Ausatmen Bauch vorwölben
Das üben wir: Einatmen, Bauch einziehen
Ausatmen, Bauch vorwölben
Einat...Nein!
Sie sehen, im Sitzen ist das etwas ungeschickt.
Der Bauch ist so eingeklemmt
Stehen Sie doch bitte einfach mal auf, alle aufstehen, ja, ja, hoch, kommen Sie

Sie: (steht auch auf, das Vorbild animiert)

Er: Ja, stellen Sie sich einfach so hin, die Füße leicht schulterbreit, 
Knie leicht eingeknickt, Arme locker hängen lassen, Kopf hoch, Blick frei geradeaus
So, einatmen, Bauch einziehen, meine Herren - sofern das noch geht - 
denken Sie an die Zungenspitze, Mund zu, durch die Nase einatmen
und ausatmen.
Nochmals einatmen, Bauch einziehen - und jetzt stützen!
Alle Kraft im Energiepunkt sammeln, das ist ein Punkt drei Finger unter dem Bauchnabel
Ach ja, Verzeihung. Atmen Sie ruhig nochmals aus.
Der Energiepunkt, bei den Chinesen heißt er Dan Tien, ist ein Punkt drei Zentimeter unter dem Bauchnabel.
In diesen Punkt denken Sie sich Ihre ganze Kraft gesammelt. Auf dieser Stütze sprechen Sie.
Also: Einatmen, Bauch einziehen, Kraft im Dan Tien sammeln, stützen, stützen, stützen!
Und jetzt sprechen: Barbara saß nah am Abhang...
Entschuldigung, ich vergaß.
Der Satz lautet: Barbara saß nah am Abhang. Das ist jetzt die Erfolgskontrolle. Sie zeigen, was Sie in der kurzen Zeit gelernt haben.
Nochmal: Einatmen, Bauch einziehen, stützen!
Und jetzt alle laut gemeinsam 
Barrbarra saß nah am Abhang.
Nochmal! Einatmen, stützen und:
Barrbarra saß nah am Abhang. Gut! Für x-Stadt reichts.
Danke, sehr gut! Nehmen Sie doch wieder Platz.
Und jetzt können Sie gleich den ersten Merksatz notieren: Die klare Aussprache ist der erste Schritt der Geschlechter aufeinander zu!
Sie dürfen sich das gerne aufschreiben. 
Die klare Aussprache ist der erste Schritt der Geschlechter aufeinander zu.

Sie: (will ihn unterbrechen)

Er: Nein Kollegin, wenn sich mich einmal aussprechen lassen würden…
Also: Klare Aussprache gut – aber: Man muss sich auch was zu sagen haben.

Sie: (versucht nochmals, ihn zu unterbrechen, scheitert, resigniert und setzt sich auf einen Stuhl)

Er: Ja, man muss sich was zu sagen haben.
Und da steckt ein Problem:
Wir wissen zu wenig.
über uns,
über den anderen
über das Leben
über den Kosmos
Sehen Sie, mein Herr
(spricht einen Besucher direkt an), kommt es schon mal vor, dass Sie eine Dame zum Essen ausführen?

Antwort des Besuchers: Ja/Nein

Er: (extemporiert daraufhin und fährt fort) Da kann es doch passieren, dass die peinliche Leere im Kopf entsteht
Es ist beinahe alles gesprochen, auch über die Qualität des Steaks
ist alles gesagt. Und nun sucht man nach Themen. Frauen können ja reden, ohne ein Thema zu haben. Aber wir Männer, die ja für den Fortgang der Konversation verantwortlich sind, brauchen Themen.
Sehen Sie, auf diesen Augenblick der Konversationspause müssen Sie sich vorbereitet haben. Für diesen Augenblick müssen Sie sich was draufgeschafft haben. Mein Vorschlag:

Thema Kosmos! Damit können Sie jede Frau fesseln, begeistern.
Also wenden Sie sich an Ihre Partnerin und fragen:
Weißt Du, wieviele Sonnen es in unserer Milchstraße gibt?
Die Augen der Dame beginnen zu leuchten: Er spricht zu mir von den Sternen, vielleicht holt er sie mir gar vom Himmel.
Sie dürfen die Pause aber nicht zu weit dehnen, sonst fühlt sich die Dame zu sehr examiniert.

Hundert Milliarden!
Sie bekommt ganz große Augen. Ja, hundert Milliarden! In unserer Milchstraße!
Es gibt in unserer Milchstraße 100 Milliarden solcher Sonnen wie wir sie kennen
100 Milliarden Sonnen, die von Planeten begleitet sein können
welche unserer Erde ähnlich genug sind, um als Asyl für Leben in Frage zu kommen.
Wenn nicht mal ein Prozent dieser Sonnen von einer Planetenfamilie umgeben wäre, könnten dennoch Hunderte von Millionen Planeten für Leben geeignet sein, wie wir es kennen.

Und es gibt ja nicht bloß unsere Milchstraße, 
sondern es gibt hundert Milliarden Milchstraßen.
Angesichts dieser Zahlen kommen wir ins Grübeln nicht wahr?
Da springt uns wieder das überall herumlungernde Monster an, 
welches uns sagt: Du verstehst die Welt nicht mehr. 
Und vor allem: Du verstehst dich selbst nicht!
Und wir schreien zurück: Warum? Warum? Warum?
Hat es mit diesem verdammten Apfel von damals zu tun?
Die Antwort weiß nicht mal der Wind, geschweige den Otto, Helge Schneider oder Helmut Kohl.
Und so hoffen wir auf Blue Deep, der Kasparow schlug.
Wenn so ein Teil, so ein aus allen Rechnern zusammengelötetes Superhirn, eines Tages
die Fragen aller Fragen beantwortet, dann kommt vielleicht sowas wie
'Der Sinn des Lebens: 
zwei mal zwei ist vier und manchmal auch sieben!'
Dann wären auch die merkwürdigsten Erscheinungen nicht mehr rätselhaft, 
die uns jetzt noch mit Besorgnis erfüllen.
Zum Beispiel: Der holländische Biologe Mardik Leopold will entdeckt haben,
dass Gegenstände unterschiedlicher Form durch die Nordsee
in verschiedene Richtungen geschickt werden.
Leopold will an den Stränden der Insel Texel mehr linke als rechte Schuhe, nämlich 68 zu 39,
gesammelt haben. Auf den Shetlands jedoch fand er angeblich 93 linke Schuhe und 63 rechte.
Neue Fragen: Wer lässt die Schuhe so übers Weltmeer segeln?
Warum lässt er sie in so ungerader Zahl stranden?
Wie ist das Verhältnis männlicher und weiblicher Schuhe zueinander?
Segeln die häufiger nach Texel oder zu den Shetlands?
Und: Was bedeutet das alles in Bezug auf den Sinn des Lebens?

Sie (schnippt mit dem Finger. Spot nur auf Sie, während er erstarrt.
Nach einer starken Pause): 
Puh, diese Ruhe - nicht?
Mein Gott, der redet und redet, der redet mich glatt unter den Tisch.
Das nennt der Kommunikation? Ich hab mich redlich bemüht, auf legale Weise zu Wort zu kommen. 
Aber: Keine Chance. So muss ich das eben so machen.
Fast ein verlorener Abend. Das Steak ist ganz gut. Aber sonst?
Denk ich mir halt meinen Teil. Was koch ich denn morgen?
Spaghetti. Spaghetti sind immer gut. Man kocht halt alleweil Spaghetti.
Ich ess so gern chinesisch. Aber koch ich das, ist kein Schwein mit.
Vielleicht sollte ich mal wieder Dampfnudeln machen mit Vanillesoße.
Es gibt ja jetzt die fertige Vanille-Soße. Ist doch super. Umrühren. Fertig. Keine Bollen drin. Früher hatte ich immer Bollen in der Vanille-Soße.
Aber wer mag schon Bollen in der Vanillesoße? Ich auch nicht. Aber ich hab sie  
immer runtergewürgt. Aber man soll ja  mit gutem Beispiel vorangehen.
Der schwätzt und schwätzt. Wenn der so weitermacht, hab ich bald den  Speiseplan für die nächsten zwei Monate.
Aber gut, ein son verlorener Abend macht ja nix. Schließlich ess ich ja umsonst.
Ich sowieso gemerkt: So richtig zuhören muss ich gar nicht. Es reicht, wenn ich von Zeit zu Zeit bloß sage: Awa!
Und zu Hause hätt ich doch bloß Fernsehn gekuckt. Aber da kann man wenigstens wegzappen, wenn’s langweilig ist.
Oder aufs Klo gehen, in der Werbepause zum Beispiel. Hier bin ich schon beim dritten Gang und war noch nicht auf dem Klo. Der lässt mich ja gar nicht weg.
Aber angucken tut der mich auch nicht. Hab schon überlegt, ob nicht mal die Bedienung frage, ob sie sich hersetzt.
Merkt der doch gar nicht. Die braucht nur dann wann zu sagen: Awa!

(Sie schnippt wieder mit den Fingern, Licht auf ganz Szene

Er: wird wieder lebendig und redet weiter.):
Eines ist sicher: Alle Schuhe stammen - wie alle Materie - vom selben Ursprung!
Am Anfang war das Nichts, Null, garnichts war da, überhaupt nichts!
Nach der Standardtheorie des Urknalls ist die Materie 
im Bruchteil einer Sekunde durch einen Quantensprung aus dem Nichts entstanden.
Erst das Nichts, dann durch Quantensprung
ein unendlich kleines, aber unendlich schweres Materieklümpchen.
Kleiner als ein Muckenschiss und schwerer als alle Materie, die wir kennen.
Und dann, eine 29.stel Sekunde nach dem Quantensprung der Big Bang, Big Bang, Big Bang!
Das müssen Sie natürlich dezenter machen, sonst werden der Kellner und die anderen Gäste im Restaurant nervös
Vor 14 Millionen Jahren.
Seitdem dehnt es sich aus, das Universum.
Es ist aber in der eigenen Schwerkraft gefangen und kollabiert nur deshalb nicht, 
weil es durch diese inflationäre Explosion in der Sekunde seiner Entstehung
in eine expansive Phase geschleudert wurde.
Die Expansionsgeschwindigkeit geht jedoch immer weiter zurück.
Bange Frage: Sinkt die Expansionsgeschwindigkeit irgendwann auf Null, und -
kommt es dann dazu, dass sich das Universum wieder zusammenzieht?
Das hängt davon ab, ob der Raum endlich ist und in sich geschlossen.
Für diesen Fall sagen die Gleichungen der allgemeinen Relativität
einen Kollaps des Universums voraus.
Ob das nun tatsächlich der Sachlage entspricht, 
das können wir unmöglich sagen aufgrund direkter Beobachtungen.
Aber viele Theoretiker haben erklärt,
dass es aus tieferliegenden Gründen so sein müsste.

Sie (schnippt wieder mit den Fingern, Spot auf Sie, Er erstarrt.)
Passen Männer und Frauen üüüberhaupt zusammen?
Wer stellt denn so eine Frage? Frauen nicht! Die wissen Bescheid!
Passen nicht zusammen!
Aber was ist die Alternative?
Männer und Frauen sind zwei völlig verschiedene Gattungen, 
so wie Katze und Esel.
Ich sag ja jetzt nicht, wer der Esel ist.
Die sprechen auch ganz verschiedene Sprachen. Die Katz sagt miau und der Esel weiß nicht, was das bedeutet.
So wie die Katze nur Bahnhof versteht, wenn er I a sagt.
So ähnlich ist das mit Männern und Frauen. Die Sprache des einen ist eine Fremdsprache für die andere.
Deswegen verstehen die sich meist nicht.
In 50 oder 100 Jahren aber, da werden alle so ein Simultangerät im Ohr haben. 
Wenn er dann so nach einem one-night-stand sagt: "Also tschüs, 
war nett, ich ruf dich wieder an."
dann kommt bei Ihr an:
Du, ich komm nie wieder, du erinnerst mich an meine Mutter."
Da können wir uns das ersparen, tagelang am Telefon zu sitzen und zu warten.
Ja, man muss den Realitäten ins Auge sehen:
Die Männer werden nie aufhören, uns die Welt zu erklären.
Den Kosmos. Es ist eine Illusion zu glauben, sie würden irgendwann Mal
ihre Gosch halten.
Aber eins muss frau auch wissen:
Männer sind noch auf einem primitiven Entwicklungsstand. Die kennen keine Subtexte! Die sagen, was sie meinen. Und sie meinen, was sie sagen. Also nehmen Sie die Männer einfach beim Wort.
Wenn einer sagt: Du, ich bin stinkfaul. Glauben Sie’s.
Hausarbeit hat mir meine Mutter nicht beigebracht.
In der Küche bin ich eine Null.
Ich bin auch Kulturbanause.
Ich kann nicht treu sein.

Glaubt Ihnen. Es stimmt alles. Immer!
Deswegen muss ich euch einen Tipp weitergeben:
Ihr könnt alles machen mit einem Mann, nur nicht mit heimnehmen!
Auf keinen Fall mit heim nehmen.
Sonst kriegt man sie nicht mehr los.
Meine Fundamentalerkenntnis: Willst du garantiert allein sein - heirate!
Also: Nicht mit heim nehmen!

(Sie schnippt wieder, volles Licht

Er: (agiert weiter.) So kann zum Beispiel das Machsche Prinzip wahrscheinlich nur in einem 
räumlich geschlossenen Universum richtig formuliert werden.
Außerdem hat Stephen Hawking ein überzeugendes Modell für den 
Quantensprung des Universums vorgeschlagen,
das einen abgeschlossenen Raum erfordert.
In dem Fall muss die Schwerkraft eines Tages 
den Kampf gegen die Expansion gewinnen.
Das wird zunächst die Ausdehnung des Universums zum Stillstand
bringen und dann den Trend umkehren.

Sie: (schnippt wieder, Spot nur auf Sie, Er erstarrt.)
Das ist das Stichwort: Ich hatte ja gesagt:
Nicht mit heim nehmen! Wenn ihr sie doch mit heim nehmt, 
dann kehrt sich das Verhalten der Männer tatsächlich um.
Dann sagen sie gar nichts mehr. Werden stumm wie ein Fisch.
Dann liegen sie nur noch horizontal:
im Bett, in der Badewanne, vor dem Fernseher.
Und knurren sie nur noch Zweiwort-Sätze:
Fernseher an! Essen machen! Bier her!
Und dann der Höhepunkt, eine Art Drei-Wort-Satz: A Ruh jetzt!
Deswegen mein Rat: Nicht mit heim nehmen! Auf keinen Fall! Alles klar?

Sie schnippt wieder, Lichtwechsel

Er: (agiert wieder) Das kann ungeheuer lange dauern -
vielleicht Billiarden Billiarden Jahre.
Doch dann wird vermutlich die letzte Sekunde des Universums
ein Spiegelbild der ersten sein.
ein Big Crunch, ein großes Knautschen.
Es ist wie ein rückwärts laufender Urknall.
Statt aus dem nichts plötzlich ins Dasein zu treten,
verschwindet das Universum und hinterlässt buchstäblich nichts,
kein Raum, keine Zeit, keine Materie.
das vollständige Ende des materiellen Universums.
Das alles ist doch faszinierend. Es wirft auch ein bedeutendes Licht auf uns
auf jeden von uns, auf jedes Individuum,
das wirkt sich doch aus auf die Beziehung zwischen Mann und Frau.
Mindestens ist es Gesprächsstoff.
Wer so etwas in petto hat, hat was zu sagen. Und dann noch die deutliche Aussprache.
Barrbarra!
Also das ist doch interessant, gnädige Frau (wendet sich an eine Besucherin)
Nicht wahr?
Das ist doch interessant, nicht wahr, Kollegin? (wendet sich an) 

Sie: Nöö!

Er: Nicht? Nicht interessant? Ich sehe: Männer und Frauen passen
tatsächlich nicht zusammen. (im Abgehen)
Ich finde es jedenfalls interessant! Höchst interessant!

Blackout

Zwischenmusik

Zweite Szene: Ein Ehepaar erzählt einen Witz



Nach Tucholskys Satire

(Beide auf je einem Stuhl nebeneinander sitzend, drucksen rum)
Er: Du, wir haben ja netten Kaffeebesuch (weist mit dem Kopf zum Publikum) Nette Leute, aber nicht sehr gesprächig. Hast Du nicht was auf Lager, um die Konversation in Gang zu halten….?

Sie: Nun ja, ehem…Vielleicht. Ach Ja! Gestern haben wir einen zu reizenden Witz gehört. Den müssen wir Ihnen erzählen.

Er: Ja! Ja! Den muss ich Ihnen unbedingt erzählen.

Sie: Nein, ich werde jetzt den Witz erzählen! Mir ist er ja schließlich eingefallen…

Er:
Du willst einen Witz erzählen?! Oh je (verdreht die Augen, nimmt eine starre Haltung ein, schaut im weiteren Verlauf eher gottergeben, kommentiert aber Trudes Worte ständig mimisch)

Sie: Ja natürlich. Also, dann wird ich mal den Witz erzählen…Also, der ging so… Nein, erfing ganz anders an…ich muss nachdenken. Also: Ein Mann

Er: räuspert sich missbilligend, schaut verweisend)

Sie: Walter, unterbrich mich doch nicht gleich beim ersten Wort. Du machst mich damit nervös. Das weißt Du. Aber gut! Ich fang den Witz noch mal an. Ich finde ja, man sollte Witze ganz präzise anfangen. Damit jeder sofort weiß, um was es geht. Sonst muss man hinterher alles erklären. Und das ist ja blöd, wenn man hinterher einen Witz erklären muss. Also fang ich ganz präzise an: Das ist schon ein Mann, von dem in dem Witz die Rede ist. Aber präzise gesagt, ist das ein Wanderer. So ein ganz richtiger, zünftiger Wanderer. Der ist zwar in der Woche wahrscheinlich ein Lehrer oder ein Rechtsanwalt oder ein Handwerksmeister. Aber in dem Witz ist der ein Wanderer; kein Berufswanderer, sondern ein Wochenendwanderer. Aber er spaziert nicht an einem See, sondern in den Bergen. Er wandert, also er klettert nicht. Aber: Er bewegt sich schon oberhalb der Baumgrenze. Und auf einmal hat er sich verirrt, da in den Alpen.

Er: Do-lo-mi-ten!

Sie: Was???

Er: Verirrt sich in den Do-lo-mi-ten!

Sie: Gut, dann verirrt er sich eben in den Do-lo-mi-ten. Also: Wenn Sie den Witz weitererzählen, sagen Sie Do-lo-mi-ten. Und denken dabei an Walter. Dabei ist es völlig wurscht, in welchem Gebirge der sich verirrt. Es ist nämlich schon Nacht! Dunkel! Und auf einmal sieht der Wanderer ein Licht am Horizont. Und darauf geht er zu. Das brauchte man eigentlich gar nicht zu erwähnen. Das ist ja auch ganz logisch. Ich würd das jedenfalls auch machen. Sie (spricht eine Frau im Publikum direkt an) würden das auch machen, nicht wahr, meine Dame? Ganz logisch! Aber vielleicht wird es in dem Witz extra erwähnt ist, weil das ein Mann ist. Der macht das auch. Erstaunlich – nicht? Also, er sieht das Licht, geht drauf zu und dann sieht er: Es handelt sich um ein Bauernhaus, ein Bergbauernhaus, ein Do-lo-mi-ten-Bergbauernhaus. Und dann klopft er; und die Bauersleute, der Bauer ist schon ziemlich alt, und die Bäuerin ist noch relativ jung, und hübsch. Ja, sie ist jung! Also, die beiden liegen schon im Bett, nein, äh – sie liegen noch nicht im Bett

Er: (wendet sich ans Publikum) Meine Frau kann überhaupt keine Witze erzählen. (wieder zu Trude) Lass mich mal! Du kannst nachher sagen, ob’s richtig war. (wieder zum Publikum) Jetzt werd ich Ihnen das mal erzählen, . Der ist echt gut! Also: Ein Mann wandert durch die Dolomiten und verirrt sich. Da kommt er – du machst einen ganz verwirrt. So ist der Witz gar nicht. Der Witz ist ganz anders. In den Dolomiten! So ist das! In den Dolomiten wohnt ein alter Bauer mit seiner jungen Frau. Und die haben gar nichts mehr zu essen. Bis zum nächsten Markt-Tag haben sie bloß noch eine Konservendose mir Rindfleisch. Und die sparen sie sich auf. Und da kommt …was? Wieso? Das ist ganz richtig! Sei mal still… da kommt in der Nacht ein Wandersmann, also da klopft es an der Tür, da steht ein Mann, der hat sich verirrt, und der bittet um ein Nachtquartier. Nun haben die Bauersleute aber kein Quartier, das heißt, sie haben nur ein Bett, und da schlafen sie zu zweit drin.

Sie: Das könnte ich nicht.

Er: Wie? Das kann aber sehr nett sein…unter Umständen kann das sehr …

Sie: Nein, ich könnte das nicht. Immer da einen, der im Schlaf strampelt… Nein, ich könnte das nicht!

Er: Sollst du ja auch gar nicht. Unterbrich mich nicht immer.

Sie: Du sagst doch, das wär nett. Ich finde das nicht nett.

und so weiter...

Blackout

Zwischenmusik

Zweiter Professor Bubble



Neue Weisheiten, wieder drei Mal unterbrochen durch "Sie".

Blackout

Pause



Er (singt, unser Vorschlag:)

Nehm Se `n Alten (Otto Reuter)

Die Statistik zeigt’s dem Kenner

S gibt mehr Frauen als wie Männer
darum rat ich allen Fraun
sich bezeiten umzuschaun
Aber bitte sich begnügen
s kann nicht jede n Schönsten kriegen
schaun se nicht zu wählerisch
nur nach dem, der jung und frisch

nehm se n Alten, nehm se n Alten
der lässt schalten sie und walten
durch n Kuß schon wird er satt
und denkt wunder, was er hat
nehm se n Alten, nehm se n Alten
Ham sen etwas aufjefrischt
ist er besser oft wien junger
und stets besser als wie nischt

Ist der Alte kein Adonis
Wenn’s man bl0ß ne Mannsperson ist
Schmückte ihn auch Schönheit nie
umso mehr schaut man auf Sie
Hat er auch vielleicht ne Glatze
einer kriegt sie, einer hat se
Oder hat ern Doppenkinn,
gut, dann greift man doppelt hin

nehm se n Alten, nehm se n Alten
der lässt schalten sie und walten
durch n Kuß schon wird er satt
und denkt wunder, was er hat
nehm se n Alten, nehm se n Alten
Ist er auch schon dick und breit
n Jungen müssen Sie erst füttern
Und den ham se schon so weit.

Ham se n jungen Mann dann schauen
zu dem oft auch andre Frauen
nachm Alten schaun die nie
der bleibt ganz und gar für Sie
Drum lasst die Jungen springen,
auch `n Alter tät’s noch bringen
sind ja heut so manche hier
Und – wie wär es denn mit mir?

nehm se n Alten, nehm se n Alten
der ist froh, wenn Sie n behalten
der bleibt treu in Ewigkeit
Beinah zu treu mit der Zeit
nehm se n Alten, nehm se n Alten
Mädel, wenn de den begräbst
Erbst du alles jeden Falles
Aber nur, aber nur – aber nur wenn den überlebst.

(Sollte ein jüngerer Akteur spielen: als Alternative mit Instrumental-Musik unterlegt:)

„Der deutsche Mann“ (Kurt Tucholsky)

Dazu besondere Spots

Nach dem Lied Licht aus

Dritte Szene „Schuh-Kauf“



Er: (sitzt da gottergeben)
Sie: (kommt mit einem Schuh aus der Kulisse)
Karl-Heinz, ich hab einen ganz süßen Schuh für dich gefunden. Einen richtigen Sommerschuh. Sandalen magst du ja nicht.

Er: Ne, bloß keine Sandalen. Das sieht doch blöd aus. Dann. Und Bermuda-Shorts.

Sie: Aber warum willst du denn auf einmal Bermuda-Shorts? Lange Hosen und Sandalen – das geht doch…

Er: Mit Socken?

Sie: Zieh doch diesen hier mal an. Es ist ein Rechter. Diesen Schuh könntest du zu langen Hosen
oder zu Bermuda-Shorts tragen. Bei langen Hosen
mit Socken, bei den Bermuda-Shorts dann
ohne Socken

Er: Ich soll auf einmal Bermuda-Shorts anziehen? Ne, ne, ne – die finde ich blöd, mit und ohne Socken.

Sie: Jetzt lass doch mal. Hosen kaufen wir nachher. Jetzt kaufen wir diese Schuhe. Jetzt probier doch mal den Rechten an. (ab)

Er: (gehorcht und zieht den Rechten an)

Sie: (aus dem Off) Karl-Heinz, die haben hier viele total süße Schuhe für Dich. Guck mal die hier (tritt auf mit drei verschiedenen einzelnen) Zieh mal den hier an. Und dann hab ich dir hier noch einen. Und den hier.

Er: Könnte ich eventuell selbst mal…

Sie: Soll ich die Verkäuferin mal bitten, den Linken von dem Rechten zu holen? Der gefällt dir doch, nicht? Würde dir total gut stehen. Gefällt dir auch – oder?

Er: Na ja..
Sie: Der ist sogar noch runter gesetzt. Obwohl – der ist noch teuer genug: 95 Euro. Das ist immer noch gesponnen. 190 Mark. Das hätte ich doch niemals ausgegeben. Für so einen Schuh. Die haben bei Schuhen doch auch einfach Mark durch Euro ersetzt. Die haben 1:1 gerechnet. Hundert pro…

Er: Ist der zu teuer?

Sie: Das kannste laut sagen!

Er: Und die anderen?

Sie: Die stehen dir – genau betrachtet - noch weniger als der, den du anhast. Aber der hier, der wäre was. Zieh ihn mal an. Ist ein Linker.

Er: Das hätte ich jetzt nicht gemerkt… (zieht ihn an) Der sitzt zu stramm, hier oben. Zu eng.

Sie: Aber sonst ist er gut. Der weitet sich noch. Lauf mal ein wenig

Er: Also, das muss ich doch selbst merken, ob der

Sie: Sei doch nicht so unleidlich. Ich guck noch mal, ob ich noch was finde

Er: Ach, lass mal, ich bin jetzt nicht so auf Schuh-Kauf

Sie: Wann bist du schon auf Schuh-Kauf? Dabei brauchst du doch ein paar neue Sommerschuhe. Und wo wir doch schon da sind. Und am besten nimmst du die. 36 Euro, das geht doch. Eine Saison halten die. Länger nicht. Du trägst ja das eine Paar dann jeden Tag. Deswegen nehmen wir noch ein zweites Paar. Das eine ist bei dir ja schon bis Ende Juli hin. Also, ich such noch Mal.

Er: Du machst mich jetzt schon ein wenig ärgerlich – lass mich doch selbst mal gucken, was so…

Sie: Nein, bemüh dich nicht. Ich nehm dir das ab. Probier du doch noch was an.

Er: Zum Donnerwetter! Traust du mir nicht zu, selbst ein passendes Paar Schuhe rauszusuchen?

Sie: Bitte! Na schön… ich wollte dir ja nur behilflich sein

Er: Danke. Ich bin schon selber groß, kann schon ohne Zettel einkaufen gehen…

Sie: Ich hab nur gedacht…

Er: Danke!

Sie: Karl-Heinz, es ist nicht ganz einfach mit dir…

Er: Einfach, einfach, einfach…registriere mal, dass ich
einfach selbst Schuhe kaufen kann.
Sie: Da hat aber einer Probleme . . . Gut – dann gehe ich mal für mich was suchen. . (ab)

Er: Prima!
Sie: (im Off) Fräulein, könnten Sie dem Herrn da von diesem Schuh den Rechten bringen?

Er: Monika (hat sein altes Paar wieder an)
Monika, bemühe dich nicht weiter! Ich hab was gefunden. Die gefallen mir und passen wie angegossen.

Sie: (kommt raus)
Das sind doch deine Alten.

Er: Häh????

(Blackout)

Er: (liest Zeitung) Lass dir Zeit. Ich warte. Lese was.

Sie: (kommt mit neuen Schuhen) Naaaa?

Er: Super! (liest weiter)


Sie: (kommt mit anderen neuen Schuhen) Was sagst du???

Er: Toll! (liest weiter)

Sie: (kommt mit einem dritten neuen Paar) Und die???

Er: Der Waaaaahnsinn! (liest weiter)

Sie: (kommt mit dem neuen Paar, welches sie als erstes gezeigt hatte) Sag was!!!

Er: Ich bin platt. Die machen echt einen schlanken Fuß!

Sie: Welche findest
Du besser? Diese oder das allererste Paar?

Er: Ich finde eindeutig diese besser. Eindeutig. Um Längen.

Sie: Schuft! Blindschleiche! Ignorant. Ohhh ich könnte dich sonstwas…

Er: Break! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Ich habe die ganz einfache Frage an Euch: Warum schimpft Monika so?

Ich frage zuerst die Männer (wissen es wahrscheinlich nicht)

Und jetzt die Frauen

(die haben sicher gemerkt, dass Monika zum Schluss noch einmal mit dem allerersten Paar wiedergekommen ist)

Muss ich noch was sagen?

(Blackout)



Vierte Szene „Tagebücher“

Sie:
Tagebucheintrag vom Samstag, ….
Heute war ich mit meinem Schatz verabredet,
wir wollten abends noch auf ein Bier…
Ich war den ganzen Tag mit meinen Freundinnen shoppen,
da kam ich zum Date ein wenig zu spät.
Ob er deswegen sauer war?
Jedenfalls hat er in der Kneipe so gut wie nichts gesagt.
Ich hab ihn gefragt, ob er sauer auf mich ist.
Er hat gesagt, es sei alles ok.
Als wir nach Hause fuhren, war er immer noch so reserviert.
Ich hab ihn gefragt, was los ist.
Er hat gesagt: „Nichts! Mach Dir keine Sorgen. Es ist alles ok.“
Ich habe ihm dann gesagt: „Ich liebe dich.“
Er ist einfach weiter gefahren.
Zu meiner Enttäuschung hat er nicht gesagt: „Ich dich auch!“
Zu Hause hat er sich vor den Fernseher geknallt und hat nur geglotzt.
Da bin ich ins Bett.
Nach zehn Minuten ist er auch ins Bett gekommen.
Zu meinem Erstaunen hat er auf meine Annäherungsversuche positiv reagiert.
Wir haben uns schön geliebt.
Ich habe dann noch mal angefangen zu reden.
Er war ganz ruhig.
Dann habe ich gemerkt, dass er eingeschlafen war.
Ich habe mich in den Schlaf geweint.
Ich bin sicher: Er hat eine andere.

Er:
Eintrag in mein notebook Samstag,…
Scheiße, Bayern München hat verloren.

Fünfte Szene „Party“



Sie: Das Essen ist also klar. Keine Umstände. Bockwurst mit Salat. Wen laden wir denn nun alles ein.

Er: Mir egal

Sie: Andreas kommt nicht, wenn Anke kommt. Und umgekehrt. Wenn soll ich streichen?

Er: Ich versteh das nicht, die sind doch schon seit zwei Jahren geschieden.

Sie: Aber sie hassen sich immer noch. Außerdem ist Anke jetzt mit Ingo zusammen. Was Festes.

Er: Bei Ingo? Wohl kaum! Wir laden einfach Andreas und Ingo ein.

Sie: Andreas weiß von Anke und Ingo.

Er: Dann ihn, Andreas. Außerdem schlage ich Robert und Liese vor, unsere Nachbarn.

Sie: Robert wohnt neuerdings wieder bei seiner Mutter.

Er: Ach so?!

Sie: Veronika…? Nein! Die hat jetzt einen Holländer zum Freund, der kein Wort deutsch versteht. Außerdem säuft er wie ein Loch.

Er: Na, dann Peter und Paul?

Sie: Leben getrennt.

Er: Cindy und Bert

Bachmann, Turner Overdrive

Romeo und Julia

Birgit und Ute?

Sie: Birgit will ein Kind, also vom anderen Ufer zurück!

Er: Das hat mich um! Wirklich! Die waren fast so lange zusammen wie wir! Sechs Jahre!!!

Sie: Sieben!

Pause

Er: Wollen wir alleine feiern?

Sie: Du hast recht, was soll das ganze Getue! Bloß, weil wir uns scheiden lassen!

Statt 3., 4. und 5. Szene: „Der Widerspenstigen Zähmung“



in der Strichfassung des AuGuS-Theater Neu-Ulm,
streng O-Ton Shakespeare, reduziert auf das Duo Petrucchio / Katharina

mit einem überraschenden, zum Thema passenden Ende des Schlussmonologs.


Sie (singt, unser Vorschlag:)

Die Wahrheit vertragen Sie nicht... (Georg Kreisler)

Dazu besondere Spots

Nach dem Lied Licht aus


Sie (tritt ab)

Dritter Professor Bubble

Anfahrt:  -   per Fahrrad  -  per Pkw  -   Parken
Theater Neu-Ulm im     online-Reiseführer
Tel (49) 731 55 34 12   -   kontakt ät theater-neu-ulm.de
Karten: Reservieren/kaufen   Gutscheine/Bankdaten
Publikums-Stimmen     bis 2008     ab 2008 bis heute
Sie wollen uns holen?     Wir kommen!
Links: Freunde, Partner, Tipps        und: sitemap
Archiv:     Ensemble     -     Stücke     -     Specials
Most important:     Impressum   -   Unser blog
Infos geballt:     Service auf einen Blick
KollegInnen zur Kenntnis:     Jobs im Theater Neu-Ulm


Facebook-page        myheimat        ulmnews        Share on Google+


Das Premieren-Abonnement:

Das Abo-Paket umfasst sechs Vorstellungen, vier feste Premieren plus zwei weitere Vorstellungen. Es gibt zwei Varianten:

  • In der Kategorie I sind die Kartenpreise für diese sechs Vorstellungen zu je 3 Euro ermäßigt. Sie zahlen also pro Person statt 6 x 22 = 132 Euro nur 114 Euro pro Person.
  • In der Kategorie II kosten die Karten normalerweise 19 Euro. Hier beträgt der Abo-Rabatt 2 Euro. Sie zahlen also statt 114 Euro nur 102 Euro.

Die Premieren-Termine:

  • 28. September 17: "Ich will keine Schokolade" - Trude Herr-Abend
  • 12. Oktober 17: "Wahnsinnsweiber" von und mit Clarissa Hopfensitz
  • 03. November 17: "Die Wunderübung", Komödie von Daniel Glattauer
  • 26. Dezember 17: "llusionen einer Ehe" Komödie von Eric Assous
Die Termine müssen wahrgenommen und können nicht ausgetauscht werden, aber wenn Sie mal nicht können - die Karten sind übertragbar.

Dazu kommen zwei weitere Vorstellungen Ihrer freien Wahl, wobei das entweder Gastspiele oder weitere Premieren oder auch "normale" Vorstellungen sein können.

Zum Sichern dieser Plätze bei den weiteren Vorstellungen, bitte, sehr frühzeitig Besuchswunsch ankündigen. Wenn dann Ihre Premierenplätze noch frei sind, können Sie diese dann selbstverständlich auch für diesen Abend reservieren.

Wenn Sie das Angebot attraktiv finden mailen Sie uns, bitte

Wir werden wir Sie dann kontaktieren.



Neu-Ulm - besser geht's nicht:

Erlebnisse für Leib (Gastro) und Seele (Theater)


Restaurant "Stephans Stuben", 89231 Neu-Ulm, Bahnhofstraße 65, Tel.: 0731 72 38 72


Restaurant "Da Vinci", 89231 Neu-Ulm, Augsburger Straße 19, Tel.: 0731 25 09 95 57


"Chez Sara", Französische Küche, 89231 Neu-Ulm, Bahnhofstraße 10, Tel.: 0731 250 825 84


"Eiscafe Da Venezia, 89231 Neu-Ulm, Petrusplatz 17, Tel.: 0731 72 32 08


Ristorante "Il Gusto", 89231 Neu-Ulm, Petrusplatz 7, Tel.: 0731 7 91 23 (sonntags: Ruhetag)


"Taverne zum Griechen", 89231 Neu-Ulm, Johannesplatz 7, Tel.: 0731 49 39 49 99


"Kon-Ya Sushi", 89231 Neu-Ulm Ludwigstraße 11, Tel.: 0731 40 36 15 11


Grill & Restaurant "Insel vom Stein", Insel 1, 89231 Neu-Ulm, Tel.: 0731 71 88 41 71