Theater Neu-Ulm

Richtige Adresse für "Gute Komödie" - "Heute Abend: Lola Blau" von Georg Kreisler



"Heute Abend: Lola Blau"

Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler

Premiere: Oktober 98
Lola Blau: Claudia Riese
Klavier: Kathrin Günther
Regie: Heinz Koch
Musikalische Einstudierung: Tobias Wahren
Bühnenbild: Beate Rose
Tonproduktion Jürgen Schlachter - studio 36music

 



Tanz den Walzer des Lebens, tanz

AuGuS-Theater mit hervorragender "Lola Blau"

Heide von Preussen

Es klingt so locker "Lola Blau" - ein Musical für eine Schauspielerin. Und es ist gar nicht schlecht gewählt für ein kleines Theater, wie es da Neu-Ulmer AuGuS-Theater nun mal ist. Aber es bedeutet in der Umsetzung eine große Tat, und eigentlich noch viel mehr. Ein schmaler Wandel zwischen Tralala und tiefer Betroffenheit ist da angesagt, muß vom Publikum bemerkt und ausgehalten werden. Denn zwischen den Songs hört man Goebbels Stimme kreischen: Wollt Ihr den totalen Krieg? Und das Schreien und das Klatschen und das Stiefelgetrampel der Nazis (über Band eingespielt) dringt wie ein Messerstich ins Herz.

"Lola Blau" von Georg Kreisler einst für dessen Frau Topsy Küppers konzipiert, wer kennt die beiden heute noch? Natürlich, sagt man: Geh'n wir Tauben vergiften im Park...dann klackt es ein wenig. Aber Kreisler wie Küppers gehören in den fünfziger und sechziger Jahren (auch im Fernsehen) vom Kabarettistischen her zu den großen, ironischen Mahnern, in eine Zeit hinein, die immer schnellebiger und oberflächlicher wurde. Kreisler, mit tieftraurigem Ausdruck, typische Wiener Todessehnsucht im Blick hinter der dicken Brille am Klavier singend, Prosa vortragend, Lyrik beisteuernd, ebenso wie seine bildschöne Frau - einst Anziehungspunkt für jedermann.

Blauäugige Blau

Nun ist Lola also in Neu-Ulm. Claudia Riese schlüpft ins Korsett der kleinen unbedeutenden jüdischen Schauspielerin, einer gänzlich unpolitischen Person, die weder was vom damaligen deutschen Zeitgeist versteht, noch überhaupt kapiert, daß sie schon längst über die Grenze sein müsste im Nazideutschland 1938, so wie ihr Onkel Paul mit Familie oder ihr geliebter Leo, den sie in Basel treffen soll, in Basel am 15. April im Hauptbahnhof. Leo kommt nicht, Lola tingelt in der Schweiz, bis sie auch dort als "unerwünscht" rausgeschmissen wird. Sie landet per Zufall in Amerika (herrlich Rieses Schrei: "Amerika, ich komme!"), aber immer noch nicht begreifend, daß die Verhältnisse nicht so sind, wie sie sein müssten (laut Menschenrechte der Genfer Konvention).

Das alles wird erzählt in einer Art Moritat von Heinz Koch, sehr einfühlsam und teilweise auch überzeugend gespielt als Jude, als strammer Deutscher und als Pförtner. Im Mittelpunkt aber Lola. Claudia Riese wieder einmal in Hochform, obwohl sie im Singen eigentlich mehr in der Schiene des Sprechgesangs brilliert. Aber wandelbar, überzeugend, temperamentvoll und mit besten Momenten, wenn sie so richtig aus sich rausgehen darf als Judenjungmann in der Einlage-Nummer "Sie ist ein herrliches Weib", als Marlene Dietrich, als Marilyn-Monroe- Verschnitt oder als fesche Lola im Kabarett.

Sie ist streckenweise einfach umwerfend, diese Claudia Riese als Lola Blau und schließlich kommt der Lohn sogar ein bißchen lebenswert daher: Im bescheidenen Kabarett in einem bescheidenen Lokal eines bescheidenen Wiener Bezirks nach 1945 findet diese Lola endlich zu dem, was sie so lange weggeschoben hat: Sie denkt politisch, verquickt's ironisch kabarettistisch, und wenn der kleine Herr Schmidt sie mit der Rose um Verzeihung bitten will, nimmt sie's nach der Vorstellung unten im Foyer auch an. Aber: Leo ist dabei (er hat das KZ überlebt).

Neu-Ulmer Zeitung am Montag 19. Oktober 1998



Kreisler-Premiere im AuGuS-Theater Neu-Ulm

Heute Abend: Lola singt

Claudia Riese in einer Paraderolle

Kathrin Haasis

Claudia Riese ist Lola Blau. In der Inszenierung des AuGuS-Theaters Neu-Ulm läßt sie in Georg Kreislers Ein-Frau-Musical überzeugend ihre Stimmbänder vibrieren.

Lola ist in Mode: Einmal rennt sie, dann ist sie blau. Das AuGuS-Theater hat sich für die farbige Variante entschieden. "Heute Abend: Lola Blau" heißt die neue Produktion der Neu-Ulmer Schauspielertruppe, die am Freitag Premiere feierte. Der österreichische Autor Georg Kreisler hat das Musical für seine Frau Topsy Küppers geschrieben. Beim AuGuS-Theater hat Claudia Riese die Rolle übernommen.

"Lola Blau" ist eine nette, leicht anpolitisierte Liebesgeschichte. Sie beginnt 1938 in Wien. Lola ist Schauspielerin, hat ihr erstes Engagement. Doch die Nazis machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Lola ist Jüdin, darf nicht auftreten und muß fliehen. Dabei interessiert sie Politik überhaupt nicht. über Basel kommt Lola in die USA und wird zum gefeierten Star.Aber der Ruhm erfüllt ihr einsames Herz nicht. Was fehlt? Die Liebe natürlich! Als ihr Geliebter nach Kriegsende wieder auftaucht, packt sie die Koffer, kehrt zu ihm nach Wien zurück und macht fortan politisches Kabarett.

Daß Claudia Riese zwei Stunden lang diese Lola Blau sein darf, macht ihr riesigen Spaß. Sie ist eine quirlige Schauspieldebütantin, ein lasziver US-Star, eine verletzte Geliebte, eine gereifte Kabarettistin. Das dreh- und austauschbare Bühnenbild von Beate Rose macht den schnellen Wechsel von Szenen möglich. Heinz Koch, der Regisseur, verbindet sie mit kleinen Zwischengeschichten.

"Lola Blau" ist ein dankbares Musical. Die Lieder kennt man, die Geschichte bewegt, und politisch korrekt ist sie zudem. Die Texte, die Claudia Riese zum Klavierspiel von Kathrin Günther singt, sind genial: "Den Sinn des Lebens such ich vergebens, mir macht von allen Späßen nichts Spaß, weil ich Dich zu vergessen vergaß." Und wenn sie als Marilyn-Monroe-Verschnitt "I wanna be loved by you" mitsamt den "Buubuubiduus" hinhaucht, ist sie überzeugend zynisch. "Man setzt sich, doch man setzt sich stets daneben", hat der Songschreiber gedichtet. In dieser Inszenierung sitzt man aber richtig.

Südwest Presse (Ulm) am 19. Oktober 1998



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"Miriam ganz in Schwarz"

Miriam ganz in SchwarzDas Stück (hier eine einfühlsame Rezension von Dagmar Hub in der Neu-Ulmer Zeitung) soll in Schulen aufgeführt werden. Interessenten mailen an "Miriam ganz in Schwarz"

"Miriam, ganz in Schwarz"; von Jörg Menke-Peitzmeyer handelt von der neu in die Klasse gekommenen Mitschülerin Miriam (gespielt von Melanie Schmidt, Foto), die mehrmals im Monat auf Beerdigungen fremder Menschen geht. Da sie weiß, dass dies nicht 'normal' ist, versucht sie, ihren Zuhörern zu vermitteln, warum sie die tut und was es ihr gibt.

Miriam weiß nicht, wie sie ihre Lust auf Beerdigungen bezeichnen soll: Lust / Laster / Ritual / Hobby/ Zwang? Und was ist Sie? Eine Süchtige? Eine Verrückte? Eine Täterin? Jedenfalls mischt sich Miriam unter die Trauergemeinde und manchmal weint sie sogar mit. Und sie weiß schnell, ob der/ die Verstorbene geliebt wurde oder nicht.

In "guten" Monaten kommt die Schülerin auf acht Beerdigungen und schafft sich so ihren ganz eigenen Ausgleich zum Alltag. Für Miriam steht fest: Das Schönste ist immer das Singen!

Fürs junge Publikum gut nachvollziehbar, setzt Miriam sich mit den Themen Tod, Vergänglichkeit, mit ihren Gefühlen, die sie sonst zu verbergen sucht, sowie mit Klischées ihrer Altersgruppe auseinander.


(Nur) wenn sie will, kann sie so schwäbeln wie sonst keine kann.

Top-Actrice Claudia Riese







Ich bin die Josi

Kooperation mit Josi

Das Theater Neu-Ulm und das Café Josi kooperieren auch in der Spielzeit 2018/19. Zum Beispiel feiern wir da, eingeladen vom Inhaber-Ehepaar (!), unsere Premieren. Das waren schon in der letzten Spielzeit sehr vergnügliche Treffs des Publikums mit unseren Bühnen-Künstlern.

Unsere Theaterkarten haben im Zuge dieser Kooperation einen zusätzlichen Wert - siehe Aufdruck (aufs Bild klicken).

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