Theater Neu-Ulm
IHREN Ansprüchen wollen wir genügen - "Hamlet 4 You", Komödie von Sebastian Seidel

Regie: Heinz Koch; mit: Joana Dentler (Johanna), Richard Aigner (Friedrich)
Premiere: Februar 2007

Wer auf Gartenfesten, Grillparties oder sonstwo mitreden, aber sich nicht die schwere Kost selbst antun möchte, ist hier bestens dran: Man bekommt im Schnelldurchgang den Überblick über ein Stück Weltliteratur - und dazu noch auf die lustigste Art und Weise, kurzweilig, witzig.

"Es ist was faul im Staate Dänemark." Tatsächlich! Prinz Hamlet, der in Deutschland studiert und seiner Tuss (Ophelia) die coolen Klamotten mitbringt, muss erfahren, dass sein Vater im Schlaf erstochen wurde, vom eigenen Bruder, der dann auch noch die Witwe (also Hamlets Mutter) heiratet. Hamlet sinnt auf Rache...

Am Ende sind alle tot, die im Shakespeare-Original am Ende tot sind, selbstverständlich auf die Art, die Shakespeare im Original vorschreibt.

Richard Aigner spielt den Mini-Theater-Direktor Friedrich, Jona Dentler dessen einzige Schauspielerin, die "Johanna", mit der zusammen er den Hamlet in 90 Minuten bieten möchte. Beide kommen sich aber immer wieder ins Gehege, wer welche Rollen spielen darf, ob es eher ein Musical werden soll oder was..


Sebastian Seidel (*1971 in Ulm) gründete nach dem Studium 1996 das "S'ensemble Theater Augsburg", dessen Leiter er bis heute ist. Im Jahr 2000 promovierte er in Literaturwissenschaft und gründete ein Jahr später die Freie Augsburger Theaterschule (FATS). Für sein Theater schrieb er zahlreiche Dramen und erhielt unterschiedliche Stipendien und Förderpreise (Paul-Maar-Stipendium 2004, Förderung Kulturfonds Bayern 2005). Im Auftrag der Stadt Augsburg entstand zum Mozart-Jahr 2006 sein Stück "Mozart in Paradise", ein Stück über Fugger ist in Arbeit. Sebastian Seidel lebt und arbeitet in Augsburg.

Publikumsstimme:

"Wir haben uns köstlich amüsiert und kommen bestimmt bald wieder." Ute und Beate



So steht es bei William Shakespeare

Prinz Hamlet erfährt vom Geist seines toten Vaters, dass dieser von seinem Bruder Claudius, jetzigen König von Dänemark, kaltblütig im Schlaf ermordet wurde.

Der Geist fordert Hamlet zur Rache an dem Verbrecher auf.

Hamlet täuscht Wahnsinn vor um die Wahrheit zu erfahren und schließlich Rache an seinem Onkel nehmen zu können.

Der übereifrige Oberkämmerer Polonius hält die Verwirrung des Prinzen für unerfüllte Liebe zu seiner Tochter Ophelia.

Die Königin, Hamlets Mutter, glaubt an Trauer über den Tod des Vaters und die allzu rasche Wiedervermählung mit Claudius.

Der König schöpft allerdings Verdacht und glaubt nicht an die Erklärungsversuche des dänischen Hofes.

Nach einem Schauspiel, in dem Claudius seine Tat vor Augen geführt wird, weiß der König, daß Hamlet ihm gefährlich werden kann. Statt Claudius im Gebet zu ermorden, mahnt er seine Mutter zur Sittlichkeit. Während dieses Gesprächs ermordet Hamlet auf ein Geräusch hin, im Glauben der Lauscher sei der König, Polonius.

Der König beschließt, Hamlet nach England zu schicken und ihn dort ermorden zu lassen. Auf der Reise kann Hamlet das Schicksal zu seinen Gunsten ändern und nach Dänemark zurückkehren um den Plan seiner Rache fortzuführen.

Er kommt gerade zum Begräbnis von Ophelia, die selbst verrückt geworden über Hamlets Wahnsinn und der Ermordung ihres Vaters, im Fluß ertrunken ist. Am offenen Grab bricht Streit zwischen Laertes, Ophelias Bruder und Hamlet aus.

Der Streit endet mit einer Aufforderung zum Duell. Laertes tränkt die Spitze seines Degens mit Gift, um Hamlet bei der geringsten Verletzung zu töten. Claudius stellt einen Becher mit vergiftetem Wein bereit, um Hamlets Schicksal zu besiegeln.

Beim Duell überschlagen sich die Ereignisse.

Laertes verletzt Hamlet.

Die Königin trinkt den vergifteten Wein und stirbt.

In der Hitze des Gefechts vertauscht Laertes die Degen und wird von Hamlet mit dem vergifteten Degen getötet.

Seine letzten Worte gelten der Wahrheit: er verrät Hamlet den Plan von Claudius.

Bevor Hamlet in den Armen seines besten Freundes Horatio stirbt, kann er den Auftrag seines Vaters erfüllen und den Mord rächen.



Mini-Prinz fürs Herz

"Hamlet 4 You" glänzt als Pocket-Shakespeare in Neu-Ulm

Von Heide von Preußen

Neu-Ulm. Wenn Königin Gertrude von Dänemark auf dem Ikea- Stuhl sitzend nach Butterbrezeln verlangt, ihr zweiter Ehemann Claudius ihr vorschlägt, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, weil ihr Sohn zu Wittenberg studiert und viel Geld kostet: Spätestens dann weiß das Publikum im Theater Neu-Ulm, dass "Hamlet 4 You", Adaption atemloser Heiterkeit des Shakespeare Dramas von Sebastian Seidel, nicht im traurig tränenreichen Abschied enden wird. Mit engagiertem Gesang fordern die Zuschauer dann auch "Wir wollen Hamlet sehen".

Der Dänenprinz kommt zu vorgerückten Minuten pünktlich auf die Bühne und setzt schnell mal kurz das "Sein oder Nichtsein" ein. Der 1971 in Ulm geborene Autor, Gründer des "S'ensemble Theater Augsburg" (seit 1996), Sebastian Seidel, Literaturwissenschaftler und Autor mehrerer Dramen, hat mit "Hamlet 4 You" das geschaffen, was zahlreiche heute bekannte Dramatiker, beispielsweise Gerhard Hauptmann oder Heiner Müller, einst mit Shakespeares Dänenprinz veranstalteten. Sie wie auch Seidel suchten den alten Stoff und "funktionierten ihn um".

Wie den Sarkasmus, der scheinbar treuherzig wirkt und naiv heiter formuliert als Begleiter der jeweils klassischen Person daher kommt. Durchaus legitim, Lehrmeister dieser Methode war Brecht: Die Moral eines bekannten Stückes oder Stoffs wird auf den Kopf gestellt, beispielsweise Heiner Müllers "Sanssouci" oder Peter Hacks Effekt haschende politische Verse.

Glücklicherweise gibt Hamlet in allen Szenen und mit allen Figuren da viel her. Claudius (Bruder des ermordeten Hamlet-Vater und neuer König), Polonius, schleimender Höfling und Vater der Ophelia, Gertrude, Hamlets Mutter, Ophelia, die Geliebte, und dann schließlich Hamlet selbst. Seidel verleiht ihnen Präsenz und damit eine lebendige Komik, die ungeheueren Spaß bringt. Passgenau für die Kleinkunst, besteht das Ensemble aus zwei Personen. Vielseitig, charmant, entzückend anzusehen und spielsicher Joana Dentler (ein Ebenbild ihrer begabten Mama Claudia Riese). Daneben mit vielen Slapsticks, einer hervorragenden Mimik, sehr wandlungsfähig und glaubhaft in seiner fast väterlichen Verzweiflung einer viel fragenden Partnerin gegenüber: Richard Aigner, der mit Erfahrung und Witz seine Rollen erfüllt.

Regie führt einmal mehr Heinz Koch, mit Claudia Riese in bewährter Leitung des Theaters Neu-Ulm, Schauspieler und Macher zwischen den Kulissen: Minimiertes Schloss, gleichzeitig auch Probenbühne für Johanna (Joana Dentler) und Friedrich (Richard Aigner), einfach zu wechselnde Outfits, wobei Joana Dentler als Geist und im wallenden weißen Gewand als "Musical-Star" hinreißenden "Biss" zeigt, Richard Aigner als rappender Hamlet zum Mitklatschen verführt. In beiden Protagonisten hat Koch zwei Personen, die das szenisch umsetzten, was ein lebhaftes Konzept einer verkleinerten tragischen Heiterkeit mit vielen schnellen Verwandlungen verlangt.

Am Schluss heißt es dann - wie könnte es auch anders sein? - "Der Rest ist Schweigen". Im Theater Neu-Ulm waren der Rest allerdings verdiente Bravos, minutenlanger Applaus, Blumen und Küsschen für die Darsteller und rundum strahlende Gesichter. Denn auch so einen Hamlet nimmt man als Pocket-Prinz gern in der Theater-Erinnerung mit in die eigenen vier Wände.

Neu-Ulmer Zeitung, Montag, 26. Februar 2007



SCHAUSPIEL / "Hamlet 4 you" im Augus-Theater

Shakespeare lässt grüßen

"Hamlet 4 you" im Augus-Theater Neu-Ulm ist als Theaterspaß rund um das Shakespeare-Drama gedacht. Shakespeare lässt grüßen, hält sich aber auf Distanz.

ULI LANDTHALER

Shakespeares "Hamlet" zu zweit in 90 Minuten - das kann zu Missverständnissen führen. Das Theater Neu-Ulm will nicht Weltliteratur auf die Möglichkeiten einer Kleinbühne herunterrechnen. Man möchte vielmehr "Theaterspaß für zwei Schauspieler" bieten, die sich mit dem Klassiker "vielleicht doch etwas zu viel zugemutet haben". So gesehen sind die 90 Minuten Bühnen-Trash-Comedy mit Gesangseinlagen und einer Prise Dramatik abwechslungsreiche Unterhaltung.

Autor Sebastian Seidel hat Schlüsselszenen des Dramas ums dänische Königshaus herausgepickt, die von Joana Dentler und Richard Aigner in einer Art Comic-Stil aufbereitet werden. Sie spielen die beiden Schauspieler Friedrich und Johanna, die Shakespeare spielen wollen und sich dabei hoffnungslos verzetteln. In einer Art darstellerischem Multitasking (Regie führt Heinz Koch) verkörpern sie das einschlägige "Hamlet"-Personal einschließlich Täter und Mordopfer nacheinander oder auch gleichzeitig und erzeugen so ein hektisches Durcheinander auf der Bühne, das den Boden für inszenatorische Späße und Ulkereien am Fließband liefert.

Der Geist des ermordeten Königs sieht aus wie ein Ableger des Ku- Klux-Klan, das vergiftete Schwert ist ein Ding aus dem Spielzeugladen, und die Königin sitzt auf einem Ikea-Thron (Ausstattung: Claudia Riese). Johanna wünscht sich das Drama sowieso lieber als Musical, weshalb sie ständig zu singen anfängt. Klamauk? Schon, aber Shakespeares Globe war ja auch kein gediegenes Theater, sondern eine Arena, in der das Volk lautstark mitging. Das soll auch in Neu-Ulm so sein, das Publikum darf mit einstudierten Sprechchören wie im Fußballstadion ("Wir wolln den Hamlet sehn, wir wolln den Hamlet sehn") ins Geschehen eingreifen.

Ein roter Faden wird dabei nicht gesponnen. Mitunter ächzen und lechzen, stolpern und gestikulieren die beiden Akteure, als habe sie von ein Disney-Zeichner zum Leben erweckt, erinnern dazwischen auch daran, dass es irgendwie um große Weltliteratur geht. Der Spaßfaktor fürs Publikum ist dabei groß, der Erkenntnisfaktor eher klein. Vergnügen machen vor allem die Wandlungsfähigkeit Richard Aigners und seine zackigen Rollenwechsel. Joana Dentler gibt das naive Möchtegern-Starlet etwas überdreht, hat aber auch ihre feinsinnigen Momente.

Dieser Hamlet ist ein Witz - und will ja auch gar nichts anderes sein.

Südwest Presse, Mittwoch, 28. Februar 2007



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