Theater Neu-Ulm

Neu-Ulms einzig{artig}e Profibühne >>> "fast Faust" oder: Des Pudels Kern, Komödie von Albert Frank



Besetzung:
  • Claudia Riese, Regie, Bühnenbild, Kostüme
  • Heinz Koch, spielt: Heinrich, Faust, Gott, Hexe, Marthe, Valentin, Bobby
  • Richard Aigner, spielt: Richard, Mephisto, Wagner, Erdgeist, Gretchen
Hier viele positive Publikumsstimmen

Fotos auf unserer (frei zugänglichen) Facebook-page

"Die Deutschen - das Volk der Dichter und Denker ???? Aber sie kennen ihren Dichter und sein größtes Werk nicht?" - Für den Theaterintendanten "Heinrich" eine Bildungslücke ersten Grades, ein unhaltbarer Zustand, den er bekämpfen will. Er will diese theatralische Kampfansage im Trio ("Dramen-Terzett") mit "Hanna" und "Richard" wagen. Das allein schon ist doch eine reichlich abstruse Idee. Dann platzt auch noch dieses wackelige Konzept, weil "Hanna", welche "Gretchen", "Frau Marthe", "Erdgeist" und "Hexe" spielen soll, angeblich ab sofort arbeitsunfähig ist.
Patsch, der "fast Faust" wird noch "faster".

Unserem Publikum im Neu-Ulmer Theater bereitet dieser "fast (englisch: schnell) Faust", diese Weltliteratur für Eilige, ein absolut vergnügliches Erlebnis, wie die Stimmen der bisherigen BesucherInnen (Link siehe oben) und die Presse (siehe unten) belegen.

Man bekommt praktisch die komplette Faust-Geschichte (einschließlich der berühmtesten "Stellen") geboten, aber nicht stundenlang, sondern kurz, kurzweilig, in 90 Minuten (mit der wichtigen Theater-Pause dazwischen). Unterhaltsamer kann die "Schnellbleiche" vom Ahnungslosen zum Kenner nicht ausfallen. Tatsächlich wird man nach dem Besuch bei uns in Sachen Faust kompetent sein, wird einfach mitreden können.






Zwei Trailer - jeder bietet andere Infos. Full sreen anschauen - mehr Genuss!


Ein Faust mit Turbo für die Farce

Komödienhit / AuGuSTheater spielt "fast Faust" zur Auffrischung

VON FLORIAN L. ARNOLD

Neu-Ulm Aus keinem Stück der deutschen Theaterliteratur haben es so viele Redewendungen in unseren alltäglichen Sprachschatz geschafft wie aus Goethes "Faust". Wir sprechen von der "Gretchenfrage" und von "des Pudels Kern" und bemerken: "Es irrt der Mensch so lang er strebt". Diese und andere Sentenzen aus dem "Faust" erklingen auch in der "Fast Faust"-Inszenierung des Neu-Ulmer AuGuS-Theaters unter Regie von Claudia Riese (Assistenz Emmanuel Losch.

Doch darüber hinaus ist in dieser 90-Minuten-Zusammenfassung alles gegen den Strich gebürstet, zum großen Vergnügen des Publikums und der beiden Hauptdarsteller Heinz Koch und Richard Aigner, die mit sichtlichem Vergnügen diesen Spaß von Albert Frank auf die eigens umgebaute Bühne bringen.

In einem weißen Hemd kommt Heinz Koch auf die Bühne, beginnt in entspanntem Tonfall mit dem Publikum zu plaudern: "Haben sie den Faust gelesen? Mal ehrlich! Das Volk der Dichter und Denker kennt seinen Dichterfürsten nicht!" Dem will das "Dramenterzett" abhelfen -und schrumpft schon vor der ersten "Faust"-Textzeile zum Dramen-Duo, weil Mitdarstellerin Hanna schwanger ist. Und schon ist man inmitten einer herrlich respektlosen High-Speed-Farce, die mit geringsten Bühnenbildmitteln zwei Schauspieler 57 Rollen spielen lässt, einschließlich des Gretchens.

Versöhnung mit Faust-Hassern

Zwar werden alle relevanten und stücktragenden Sentenzen dargestellt - doch werden die Szenen witzig "umkomponiert", es wird gekürzt, weggelassen, übertrieben und improvisiert. Dabei bekommen Theaterklischees und sogar das Publikum ihr Fett weg: Das als "Souffleur" engagierte Publikum wird zum Dreh- und Angelpunkt spontaner Gags.

Der in pure Unterhaltung ge-crashte Faust hat das Zeug dazu, den Dichterfürsten und sein bekanntestes Werk wieder mit seinen Hassern zu versöhnen, ohne die Faust-Fans abzustoßen. Denn das bunte Spiel entpuppt sich als ernsthafte Auseinandersetzung mit der wohl größten deutschen Tragödie; es lässt die Protagonisten fortwährend über die richtige Form der Szenen streiten, es stellt die verblüffende Aktualität vieler Goethe-Sätze ins Zentrum.

"Goethe ist für alle da, valleri-und-vallera" singt "Heinz" etwa. Und "Richard" trifft mit seiner treuherzigen Rechtfertigung "Ich wollte das Stück ein bisschen aufpeppen" das Kernproblem vieler so genannter werktreuer Inszenierungen, die als direkte Folge lebenslange Goethe-Abstinenz hervorrufen.

Ganz anders "Fast Faust". Es bietet quasi "amuse gueules" aus dem Vier-Stunden-Werk, macht neugierig und packt mit Humor. Wohltuend treffsicher die Anspielungen und Seitenhiebe auf den mitunter eitlen Theaterbetrieb: Wem der Parforceritt durch den "Faust" zu schnell geht, dem bietet Koch nonchalant an "Wer den Monolog ganz hören will, meldet sich nachher bei mir und wir erledigen das im Privatissimum!"

Aigner und Koch machen sich im Turbo-Faust um Goethe verdient; zwischen Marx-Brothers-Anarchismus, Kabarett und Klamauk, zwischen Parodie und liebevoller Hommage gelingt den Neu-Ulmern ein Stück, das bis zur letzten Szene hervorragend unterhält und das dürre Wissen über das Mammutwerk auffrischt. Das Publikum bedankte sich für die anderthalbstündige Zwerchfellmassage mit großem Applaus.
Neu-Ulmer Zeitung, Montag, 9. Mai 2011


Fast Faust. Reingehen?

Wir hatten Bedenken. "Weltliteratur für Eilige". Geht das? Was, wenn das AuGuSTheater abgehobene Vorstellungen von Goethe hat? Was, wenn wir nichts mit dem Stück anfangen können? Wäre es verschenkte Lebenszeit? Das Risiko gehen wir ein - und wir bereuen es nicht. Schon in den ersten Sekunden gibt es Heinz Koch - einer der zwei Darsteller (ja, es gibt wirklich nur zwei!) zu verstehen, dass dieses Schauspiel anders werden würde. "Fast Faust" ist wirklich fast (Achtung: Doppeldeutigkeit erkennen! Fast = Englisch für schnell. Bedeutung hier: leicht verdaulich = Digital Native-tauglich). Spiellänge ca. 90 Minuten. Spaßfaktor: Hoch.

Häufig wird es durch scheinbar nicht zur Vorstellung gehörende Dialoge zwischen Heinz Koch und Richard Aigner unterbrochen, in denen sich der eine über den anderen empört. Das trieb nicht nur uns vor lachen Tränen in die Augen, auch Faust-Fans kommen auf ihre Kosten: Die beiden Darsteller brillieren mit authentischer Mimik zu gekonnt vorgetragenen Faust-Passagen und führen die Zuschauer amüsant und unterhaltsam durch den Abend.

In der Pause nehmen wir das Theater ein bisschen genauer unter die Lupe. Denn: Wir sind zum ersten Mal da. Das ist eine Tatsache, der wir anfänglich nicht viel Beachtung schenkten. Doch nun gleicht es einem Coming-Out. Was ist uns in den letzten Jahren entgangen? Welche künstlerischen Darbietungen haben wir verpasst, über welchen Witz durften wir nicht lachen? All das geht uns durch den Kopf, als wir merkwürdig aussehenden Klobrillen betrachten. Und diese sind wohl auch das Einzige, was wir an dem Abend zu bemängeln haben.

Trotzdem bleiben am Schluss Fragen offen. Erlebt Faust nun den perfekten Moment und verliert er seine Seele an Mephisto? Ist Hanna wirklich von Richard schwanger? Und hätte sie ihre Brüste gezeigt, wäre sie aufgetreten? Fragen, über die wir gerne auch noch zwei Tage der Vorstellung nachdenken. Und das macht in unseren Augen gutes Theater aus.
...
Achtung: Damit das Ganze auch wirklich Spaß macht, empfehlen wir den Wikipedia-Text zu Faust zu verschlingen. Es sei denn natürlich, du hast das Buch gelesen. Dann empfehlen wir den Kreis der Intellektuellen.
Mathias Eigl, auf dem blog "Ulmer Spickzettel"


Amüsanter Parforce-Ritt

Goethes "Faust" gespielt von nur zwei Darstellern? Das geht. Das beweisen jetzt Heinz Koch und Richard Aigner in der neuen Produktion des AuGuSTheaters Neu-Ulm: Albert Franks "Fast Faust".

Heißt das Stück nun "Fast Faust", weil es beinahe Goethes Faust meint, oder muss man das Wort englisch aussprechen, da es Goethe im Schnelldurchlauf ist? Es ist letztlich egal, denn passen tun beide Varianten: Die neue Produktion des AuGuSTheaters Neu-Ulm ist eine rasante Annäherung an Deutschlands berühmtestes Schauspiel.

Der Schauspieler und Autor Albert Frank hat den Theatern ein lustvolles Stück mit und über Goethe und das Theater beschert. Eigentlich sollten zwei Herren und eine Dame alle Rollen des Stückes spielen. Doch die Dame fällt kurzfristig aus. So entscheidet der Theaterleiter, dass das Stück nun zu zweit auf die Bühne gebracht werden müsse. Und all die Hindernisse, die dadurch entstehen, und all die Diskussionen über die wahren Gründe des Fehlens der Kollegin geben wunderbar tiefe und subtil aufs Stück bezogene Einblicke in die Theaterarbeit.

In Neu-Ulm hat Claudia Riese "Fast Faust" auf die Bühne gestellt konnte dabei dank zweier versierter Darsteller aus dem Vollen schöpfen. Mit wenigen Mitteln und passender Musik gelingt es ihr, die notwendigen Stimmungen und Szenen auf die Bühne zu bringen.

Heinz Koch spielt den Theaterdirektor, der er ja wirklich ist, und der auch den Faust gibt. Dies tut er mit allem gebotenen Understatement, wobei ihm der Part des alten Faust besser gelingt. Herrlich sind seine fast unmerklichen Wechsel von der Rolle zum Theaterleiter, der sich mit den Besetzungs- und Bühnenproblemen auseinander zu setzen hat. Ganz anders agiert Richard Aigner, der den Typ des aufgesetzten und gewollt witzigen Schauspielers verkörpert, und dem mit dem Famulus Wagner beim Osterspaziergang auch eine treffliche Parodie auf den ehemaligen Bundesverteidigungs-Minister (zu Guttenberg, Anmerkung d. Säzzers) gelingt.

Ein Höhepunkt des Geschehens ist sicherlich die Gartenszene mit Koch als Faust und Marthe sowie Aigner als Gretchen und Mephistopheles. Die raschen Wechsel von einer Rolle zur anderen gelingen trefflich, und Aigners Darstellung des Gretchens hat sogar etwas derart Anrührendes, dass sie die Travestie fast vergessen lässt.
GOTTFRIED LOTHAR, Südwest Presse, Montag, 9. Mai 2011



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Zu obigem Bild:

Heinz: Übrigens: Corona hat mich resozialisiert. Früher, vor Corona, hatte ich, wenn Weihnachten zu feiern war oder Silvester oder irgendein Familienfest, immer die Ausrede: "Ich hab Auftritt". Und dann kam Corona, lockdown. Die Ausrede war unnötig. Da war ich plötzlich in die Gesellschaft re-integriert. Alle waren zu Hause.

Alle hatten Mattscheibe.

Krimis, Krimis, Krimis, Mord und Totschlag. Am laufenden Band, in Wiederholungsschleife. Jeden Abend. Ab und zu ne Ministerpräsidentenrunde zur Pandemie-Entwicklung. Inzidenzen, r-Werte und zwischendurch wie Kai aus der Kiste: Karl, der ewige Karl. Der Lauterbach hatte ja zu allem und jedem was zu schwätzen. Sogar bei Bild-TV und in der Kebekus-Show trat der auf. Jetzt wird kolportiert, er macht demnächst auch noch das Wort zum Sonntag.

Und dann hauptsächlich immer wieder Morde überall. Pro Kopf die Höchst-Rate offenbar in Rosenheim. Jeden Dienstagmorgen: "Mir habet ene Laich." Und am Abend ist die dann im Vorprogramm des ZDF, zwischen Bett1.de, Kijimea pro, Tebonin und dem Lacalut-"Ich hab nur zwei Probleme"-Typ.

Am Bodensee wird ja immer montags gemordet. Aber Reise-Warnungen gibt es auch für Stralsund, Wismar oder Leipzig. Bad Tölz ist inzwischen wohl clean, Mord-Inzidenz gegen Null. Vermutlich nur scheinbar, da ist bloß der Bulle in Rente gegangen.

Mal so nebenbei: Wie viele Kripoleute ich im lockdown per Glotze kennengelernt habe, das geht auf keine Kuhhaut, von A wie Ainfachnur aus München bis Z wie Zielonka aus Hengasch.

Und dann passiert eines Abends was Unvorhergesehenes:

Wir sitzen da so traut auf’m Sofa, die vierte Wiederholung irgendeines uralt-Barnabys soll kommen, da ist der Bildschirm plötzlich schwarz.

(Krimi-Trailer – bricht plötzlich ab, Heinz fummelt ein wenig mit der Fernbedienung, kein Ergebnis)

Heinz: (schaut auf sein Smartphone, lacht): Das ist ja witzig.
Claudia: (schaut auf ihr iPhone, murmelt abwesend) Was denn?
Heinz: Das ist echt zu witzig. Dieser Clip. Könnt mich kringeln
Claudia: Dann zeig doch mal.
Heinz: Geduld! Ich schick's Dir gleich rüber.