Dostojewski mit Musik
Premiere der Erstfassung: November 1996 |
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Weitere Publikumsstimmen
Textprobe hier
"Enthüllungen aus dem Kellerloch" das ist: eine bissige Abrechnung des russischen Großmeisters Fjodor Dostojewski mit seinem, dem 19. Jahrhundert. Der Text ist so aktuell wie nur was, er könnte heute Morgen geschrieben und auf unser 21. Jahrhundert gemünzt sein. Dieser zynische, 75jährige Intellektuelle, dem Dostojewski seine Gedanken in den Mund legt, könnte absolut einer unserer Zeitgenossen sein.
Deshalb hat sich das Neu-Ulmer Theater auch gern mit den "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" befasst und sie für die Bühne bearbeitet. Heinz Koch bringt zentrale Passagen dieses auf- und anregenden, zu Teilen auch amüsierenden Textes.
Ein ganz besonderer Coup in dieser Inszenierung: Der Text wird immer wieder unterbrochen von Musik, die mit Professor Peter Gerter ein Virtuose von Weltklasse auf seinem Bajan interpretriert. Zehn Stücke verschiedener russischer Komponisten begleiten die Textpassagen und ermöglichen Zugang auf eine emotionale Weise.
Unseres Wissens waren wir die ersten, die das Werk für die Bühne eingerichtet hatten (1996).
Wir hatten uns von Anfang an sehr angestrengt (und waren erfolgreich dabei), Dostojewski absolut gerecht zu werden.
Nimmt man ihn pur, hat er auch den Menschen unserer Tage jede Menge zu sagen. Das beweisen wir mit unserer Inszenierung. Nicht umsonst haben immer mehr Bühnen das Werk entdeckt und aufgeführt. Hier Links zu etlichen anderen Inszenierungen Die Bloggerin des "Herz im Kopf Blog": "Wenn Dostojewskij weinte, weint er diamantengleiche Erkenntnisse über die menschliche Natur und Gesellschaft. Jeder sollte ihn lesen." Zum vollständigen blog-post hier |
Rezensionen zur zweiten Inszenierung 2013Geniales Vollbrett |


"Schwere Kost" wunderbar verdaulich präsentiertBravo! Wow! Das Theater Neu-Ulm bot gestern Abend 90 Minuten Kunst vom Feinsten. Das von Claudia Riese inszenierte Stück „Enthüllungen aus dem Kellerloch“ von Fjodor Michailowitsch Dostojewski fesselte mich bis zum Schluss. Das Gesamtpaket, das den Theaterbesuchern geboten wurde, war nicht nur stimmig, sondern meiner Ansicht nach genial dargeboten. Benjamin Dentlers Bühnenbild, dieses Kellerloch besticht durch Authentizität.Zwei Männer glänzten auf der Bühne. Theatermacher, Schauspieler Heinz Koch und Musiker Peter Gerter, der vorzüglich das Bajan (Chromatisches Knopfakkordeon) beherrscht. Koch zeigte Bühnenpräsenz, die mich total in den Bann zog. Er schlüpfte in die Rolle eines reiferen, zynischen Herrn, einen in die Jahre gekommenen Intellektuellen. "Ich bin ein kranker Mensch. Ich bin ein schlechter Mensch." - so die ersten Worte zu Beginn des Stücks. Ein alternder Mann philosophiert über seine Boshaftigkeit und u.a. über die Dummheit der Menschen, bezieht das Publikum in seinem Monolog mit ein. Nebenbei schnibbelt er mit einer stoischen Ruhe Zutaten für ein Pfannengericht, das er dann auch während der Aufführung brutzelt. Herrlich! Immer wieder gibt es zwischen den einzelnen Monologen für die Zuhörer Denkpausen, die durch Peter Gerter am Bayan zum Ohrenschmaus werden. "Schwere Kost!" muss nicht schwer im Magen liegen, wenn sie wunderbar verdaulich präsentiert wird. Koch interpretiert Worte, die 1884 verfasst wurden. Allerdings glaubt man sofort, als seien sie gerade erst im Jahre 2013 geschrieben worden. Stellenweise amüsieren diese sehr. Es gibt allerdings auch Formulierungen, die beim Zuhören wie eine Gräte im Halse stecken bleiben und dies ist auch gut so. Dostojewski gilt neben Tolstoj zu den bedeutendsten russischen Schriftstellern und gehört zu den zentralen Vertretern des Realismus innerhalb der russischen Literatur. "Enthüllungen aus dem Kellerloch" von Fjodor Dostojewski im Theater Neu-Ulm ist sehenswert und empfehlenswert! "Schwere Kost" wunderbar verdaulich präsentiert, so mein persönliches Fazit. Danke für den tollen Abend! Corina Wagner |


Rezensionen zu unserer Erst-Inszenierung 1996



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