Theater Neu-Ulm

Neu-Ulms einzig{artig}e Profibühne >>> "Enthüllungen aus dem Kellerloch", Fjodor Dostojewski

Dostojewski mit Musik

Premiere der Erstfassung: November 1996
Premiere der Neu-Inszenierung: Freitag, 31. Mai 2013

Nach dem lockdown Herbst 2021: Dostojewski mit Musik

Regie / Ausstattung: Claudia Riese

Der Mann: Heinz Koch

Bajan: Peter Gerter

Tänzerin: Ashley Felder (nur in der Urfassung eingesetzt)

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F. Dostojewski

Mehr Fotos im frei zugänglichen facebook-Album.

F. Dostojewski

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Dostjewski mit Musik

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Weitere Publikumsstimmen

Textprobe hier



"Enthüllungen aus dem Kellerloch" das ist: eine bissige Abrechnung des russischen Großmeisters Fjodor Dostojewski mit seinem, dem 19. Jahrhundert. Der Text ist so aktuell wie nur was, er könnte heute Morgen geschrieben und auf unser 21. Jahrhundert gemünzt sein. Dieser zynische, 75jährige Intellektuelle, dem Dostojewski seine Gedanken in den Mund legt, könnte absolut einer unserer Zeitgenossen sein.

Deshalb hat sich das Neu-Ulmer Theater auch gern mit den "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" befasst und sie für die Bühne bearbeitet. Heinz Koch bringt zentrale Passagen dieses auf- und anregenden, zu Teilen auch amüsierenden Textes.

Ein ganz besonderer Coup in dieser Inszenierung: Der Text wird immer wieder unterbrochen von Musik, die mit Professor Peter Gerter ein Virtuose von Weltklasse auf seinem Bajan interpretriert. Zehn Stücke verschiedener russischer Komponisten begleiten die Textpassagen und ermöglichen Zugang auf eine emotionale Weise.

Unseres Wissens waren wir die ersten, die das Werk für die Bühne eingerichtet hatten (1996).

Wir hatten uns von Anfang an sehr angestrengt (und waren erfolgreich dabei), Dostojewski absolut gerecht zu werden. Nimmt man ihn pur, hat er auch den Menschen unserer Tage jede Menge zu sagen. Das beweisen wir mit unserer Inszenierung.

Nicht umsonst haben immer mehr Bühnen das Werk entdeckt und aufgeführt. Hier Links zu etlichen anderen Inszenierungen

Die Bloggerin des "Herz im Kopf Blog":

"Wenn Dostojewskij weinte, weint er diamantengleiche Erkenntnisse über die menschliche Natur und Gesellschaft. Jeder sollte ihn lesen."
Zum vollständigen blog-post hier

Rezensionen zur zweiten Inszenierung 2013

Geniales Vollbrett



F. Dostojewski

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"Schwere Kost" wunderbar verdaulich präsentiert

Bravo! Wow! Das Theater Neu-Ulm bot gestern Abend 90 Minuten Kunst vom Feinsten. Das von Claudia Riese inszenierte Stück „Enthüllungen aus dem Kellerloch“ von Fjodor Michailowitsch Dostojewski fesselte mich bis zum Schluss. Das Gesamtpaket, das den Theaterbesuchern geboten wurde, war nicht nur stimmig, sondern meiner Ansicht nach genial dargeboten. Benjamin Dentlers Bühnenbild, dieses Kellerloch besticht durch Authentizität.

Zwei Männer glänzten auf der Bühne. Theatermacher, Schauspieler Heinz Koch und Musiker Peter Gerter, der vorzüglich das Bajan (Chromatisches Knopfakkordeon) beherrscht. Koch zeigte Bühnenpräsenz, die mich total in den Bann zog. Er schlüpfte in die Rolle eines reiferen, zynischen Herrn, einen in die Jahre gekommenen Intellektuellen. "Ich bin ein kranker Mensch. Ich bin ein schlechter Mensch." - so die ersten Worte zu Beginn des Stücks.

Ein alternder Mann philosophiert über seine Boshaftigkeit und u.a. über die Dummheit der Menschen, bezieht das Publikum in seinem Monolog mit ein. Nebenbei schnibbelt er mit einer stoischen Ruhe Zutaten für ein Pfannengericht, das er dann auch während der Aufführung brutzelt. Herrlich!

Immer wieder gibt es zwischen den einzelnen Monologen für die Zuhörer Denkpausen, die durch Peter Gerter am Bayan zum Ohrenschmaus werden. "Schwere Kost!" muss nicht schwer im Magen liegen, wenn sie wunderbar verdaulich präsentiert wird.

Koch interpretiert Worte, die 1884 verfasst wurden. Allerdings glaubt man sofort, als seien sie gerade erst im Jahre 2013 geschrieben worden. Stellenweise amüsieren diese sehr. Es gibt allerdings auch Formulierungen, die beim Zuhören wie eine Gräte im Halse stecken bleiben und dies ist auch gut so.

Dostojewski gilt neben Tolstoj zu den bedeutendsten russischen Schriftstellern und gehört zu den zentralen Vertretern des Realismus innerhalb der russischen Literatur.

"Enthüllungen aus dem Kellerloch" von Fjodor Dostojewski im Theater Neu-Ulm ist sehenswert und empfehlenswert! "Schwere Kost" wunderbar verdaulich präsentiert, so mein persönliches Fazit. Danke für den tollen Abend!

Corina Wagner

F. Dostojewski

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Rezensionen zu unserer Erst-Inszenierung 1996

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Die Quelle des obigen Textes:

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Zu obigem Bild:

Heinz: Übrigens: Corona hat mich resozialisiert. Früher, vor Corona, hatte ich, wenn Weihnachten zu feiern war oder Silvester oder irgendein Familienfest, immer die Ausrede: "Ich hab Auftritt". Und dann kam Corona, lockdown. Die Ausrede war unnötig. Da war ich plötzlich in die Gesellschaft re-integriert. Alle waren zu Hause.

Alle hatten Mattscheibe.

Krimis, Krimis, Krimis, Mord und Totschlag. Am laufenden Band, in Wiederholungsschleife. Jeden Abend. Ab und zu ne Ministerpräsidentenrunde zur Pandemie-Entwicklung. Inzidenzen, r-Werte und zwischendurch wie Kai aus der Kiste: Karl, der ewige Karl. Der Lauterbach hatte ja zu allem und jedem was zu schwätzen. Sogar bei Bild-TV und in der Kebekus-Show trat der auf. Jetzt wird kolportiert, er macht demnächst auch noch das Wort zum Sonntag.

Und dann hauptsächlich immer wieder Morde überall. Pro Kopf die Höchst-Rate offenbar in Rosenheim. Jeden Dienstagmorgen: "Mir habet ene Laich." Und am Abend ist die dann im Vorprogramm des ZDF, zwischen Bett1.de, Kijimea pro, Tebonin und dem Lacalut-"Ich hab nur zwei Probleme"-Typ.

Am Bodensee wird ja immer montags gemordet. Aber Reise-Warnungen gibt es auch für Stralsund, Wismar oder Leipzig. Bad Tölz ist inzwischen wohl clean, Mord-Inzidenz gegen Null. Vermutlich nur scheinbar, da ist bloß der Bulle in Rente gegangen.

Mal so nebenbei: Wie viele Kripoleute ich im lockdown per Glotze kennengelernt habe, das geht auf keine Kuhhaut, von A wie Ainfachnur aus München bis Z wie Zielonka aus Hengasch.

Und dann passiert eines Abends was Unvorhergesehenes:

Wir sitzen da so traut auf’m Sofa, die vierte Wiederholung irgendeines uralt-Barnabys soll kommen, da ist der Bildschirm plötzlich schwarz.

(Krimi-Trailer – bricht plötzlich ab, Heinz fummelt ein wenig mit der Fernbedienung, kein Ergebnis)

Heinz: (schaut auf sein Smartphone, lacht): Das ist ja witzig.
Claudia: (schaut auf ihr iPhone, murmelt abwesend) Was denn?
Heinz: Das ist echt zu witzig. Dieser Clip. Könnt mich kringeln
Claudia: Dann zeig doch mal.
Heinz: Geduld! Ich schick's Dir gleich rüber.