Theater Neu-Ulm

Deutsch von Hagen Horst



Premiere: Freitag, 11. September 2009

Besetzung:

Claudia Riese

Arlene Miller

Heinz Koch

Zahnarzt Dr. Mitchell Lovell

Sebastian Sash

Paul Miller

Claudia Riese / Heinz Koch

Regie

Benjamin Dentler

Bühnen- und Kulissenbau



Zum Inhalt:

"Mörderkarussell" ist eine Komödie. "Mörderkarussell" ist auch ein Krimi. "Mörderkarussell" ist auch eine Liebesgeschichte. In jedem Falle ist "Mörderkarussell" ein Spaß fürs Publikum - und damit auch fürs Ensemble.

Presse-Stimmen

Publikums-Stimmen hier auf unserer Besucher-Seite.

Moerder-Karussell

Moerder-Karussell Moerder-Karussell

Moerder-Karussell Moerder-Karussell



Eine turbulente Kriminal-Komödie

Das Augus-Theater zeigt "Mörderkarussell"

Das Augus-Theater zeigt mit "Mörderkarussell" eine witzige Krimikomödie, die mit Claudia Riese, Heinz Koch und Sebastian Sash bestens besetzt ist.

STEFAN LOEFFLER, Südwest Presse, Montag, 14. September 2009

Von der ersten Zuschauerreihe zum Doppelbett auf der Bühne ist es nur ein kleiner Sprung. Die Nähe zwischen Darstellern und Publikum ist und bleibt einer der großen Vorzüge des Augus-Theaters, deren Leitung sich für die Premiere ihres neuen Stückes "Mörderkarussell" von Sam Bobrick und Ron Clark für die kleine Studiobühne im ersten Stock entschieden hat.

Zum einen ist es die heimelige Atmosphäre, die die Stücke des Theaters seit Jahren zu einem kurzweiligen Vergnügen machen. Zum anderen sind es Macher und Darsteller, die aus der selbst ernannten "Schaubühne für zeitgenössisches Theater" nicht mehr wegzudenken sind. Man kennt sich. Auch bei diesem Zweiakter bewegten sich Heinz Koch und Claudia Riese, die auch Regie führt und für die Kostüme verantwortlich ist, so natürlich auf der kleinen Bühne, als seien sie im eigenen Wohnzimmer.

Doch in diesem Fall ist der Schauplatz ein einfaches Appartement einer bekannten amerikanischen Hotelkette, in dem sich wahrhafte skurrile Dinge abspielen. Es beginnt damit, dass Arlene Miller gemeinsam mit ihrem neuen Liebhaber, dem steinreichen Zahnarzt Dr. Mitchell Lovell, ihren Noch-Ehemann Paul um die Ecke bringen will. Dieser - vortrefflich von Sebastian Sash verkörpert - tappte auch prompt verdutzt in die fiese Falle: "Du liebst einen Mann, der ein Gemetzel in meinem Mund angerichtet hat?" Letztendlich scheitert der Mordversuch an der mangelnden Courage des Liebespaares.

Szenenwechsel. Ein halbes Jahr später, das gleiche Hotelzimmer. Dieses Mal will das vereinte Ehepaar Miller den Dentisten erschießen. Auch das wird nichts. Denn: Irgendwie finden die beiden Herren sich gar nicht so unsympathisch, und Arlene kann sich sowieso nicht entscheiden: "Welchen liebe ich und welchen soll ich in die Wüste schicken?" Dort - so viel sei an dieser Stelle verraten - landet keiner. Nicht einmal Arlene, die in der dritten Szene selbst zum Mordopfer auserkoren wird.

Im Lauf des Abends drehte sich das Mörderkarussell auf jeden Fall immer wilder und schleuderte am Schluss sogar ein ganz anderes Opfer heraus. Auch wenn die Zuschauer den Handlungsstrang sehr schnell durchschauen konnten, sorgten viele überraschende Momente und witzige Dialoge für beste Unterhaltung.

Mit der Auswahl dieser Komödie bewies das Theaterduo Riese/Koch erneut, dass es das Gespür für originelle und amüsante Bühnenstücke noch längst nicht verloren hat. Fazit: Eine Mitfahrt im Mörderkarussell lohnt sich. Dies allein schon wegen der drei Darsteller, deren Spielwitz mit viel Premierenapplaus belohnt wurde.



Mister Miller ist kein Killer



Von Florian L. Arnold, Neu-Ulmer Zeitung, Montag, 14. September 2009

Neu-Ulm Arlene Miller (Claudia Riese) steht zwischen zwei Männern: Paul, ihr Ehemann (Sebastian Sash) ist ein liebenswerter Schwächling, der von sich selbst sagt: "Ich habe keinen Humor". Da kommt Zahnarzt Mitch (Heinz Koch) gerade gelegen, der Arlene vergöttert: "Ich könnte jede Frau haben, die ich will - aber alles, was ich will, bist du!" Da hilft nur eines: den Ehemann aus dem Weg schaffen.

Arlene und Mitch locken Paul in ein Hotelzimmer. Dort wird dem ahnungslosen Paul eröffnet: "So kaltblütig und herzlos es dir auf den ersten Blick erscheinen mag - wir werden dich umbringen". Kaum aber ist der mausgraue Gatte gefesselt, kommen Arlene Zweifel: "Das wird Paul nicht gefallen!". Und auch Mitch geht das Talent zum Morden ab. Zwar versenkt er Paul wie geplant in der Badewanne - aber nur bis zum Kinn.

So beginnt sich das Mordkarussell zu drehen. Mit Mitch findet Arlene allerdings auch nicht zum Glück. Und so plant sie mit Paul den nächsten Mord: diesmal an Mitch. Mit der Waffe in der Hand wird der biedere Paul nicht zum Mörder, sondern bestenfalls zum Beziehungsberater mit weichen Knien. Man ahnt es längst: Auch dieser Mord geht in die Hose. Und statt mit einem toten Lover, hat es Arlene bald darauf mit zwei quicklebendigen Chaoten zu tun, die auf Rache sinnen.

"Mörderkarussell" von Sam Bobrick und Ron Clark ist eine klassische Screwball-Komödie, in der keine Pointe, kein Gag, keine Möglichkeit zu absurden Verwicklungen ausgelassen wird. Solche Komödien leben vom überdrehten Überraschungsmoment ebenso wie vom völlig realitätsfernen Verhalten der Charaktere.

Es passiert also alles Erdenkliche außer Mord. Dafür gibt es reichlich zu lachen. Sebastian Sash hat die Lacher stets sicher auf seiner Seite, sei es als gehörnter Gatte, der nichts begreifen will oder als Gelegenheitskiller, dem jedes Talent zum Töten fehlt.

Heinz Koch als gereifter Liebhaber gibt den Zahnarzt Mitch in nonchalantem Tempo, was besonders dann gut gelingt, wenn die Geschichte den nächsten Haken ins Skurrile schlägt.

Im Mittelpunkt steht Claudia Riese als wollüstiges Egomonster Arlene, das verzweifelt die Hände ringt: "Was soll ich nur tun - welchen Mann behalte ich und welchen bringe ich um? Ach Gott, ist das alles anstrengend!"

Es macht Spaß, dem spielfreudigen "Trio Fatale" bei den immer neuen Mordkomplotten zuzusehen. Dass am Ende jemand ganz anderes daran glauben muss, ist dann zwar keine Überraschung mehr, aber ein weiterer gelungener Gag in einer Komödie, die durchweg blendend unterhält. Das wurde vom Publikum bei der Premiere mit viel Applaus honoriert.


Spiel-Termine     Karten-Info

Karten: Vorverkauf   Gutscheine/Bankdaten

Spielstätte / Theaterkasse: Hermann-Köhl-Str. 3




Telefon: 0731 55 34 12   -   E-mail
Anfahrt:  -   per Fahrrad  -   per Pkw   -  Parken
Theater Neu-Ulm     zu Gast bei Ihnen ???
FAQs   -   Unser blog   -   Service auf einen Blick
Publikums-Stimmen     bis 2008     ab 2008
Links: Freunde, Partner, Tipps        sitemap
Archiv:     Stücke     -     Specials
Juristisch:     Impressum   -   Datenschutz
Unsere erweiterten     Gastro-Tipps
KollegInnen zur Kenntnis:     Jobs im Theater






Zu obigem Bild:

Heinz: Übrigens: Corona hat mich resozialisiert. Früher, vor Corona, hatte ich, wenn Weihnachten zu feiern war oder Silvester oder irgendein Familienfest, immer die Ausrede: "Ich hab Auftritt". Und dann kam Corona, lockdown. Die Ausrede war unnötig. Da war ich plötzlich in die Gesellschaft re-integriert. Alle waren zu Hause.

Alle hatten Mattscheibe.

Krimis, Krimis, Krimis, Mord und Totschlag. Am laufenden Band, in Wiederholungsschleife. Jeden Abend. Ab und zu ne Ministerpräsidentenrunde zur Pandemie-Entwicklung. Inzidenzen, r-Werte und zwischendurch wie Kai aus der Kiste: Karl, der ewige Karl. Der Lauterbach hatte ja zu allem und jedem was zu schwätzen. Sogar bei Bild-TV und in der Kebekus-Show trat der auf. Jetzt wird kolportiert, er macht demnächst auch noch das Wort zum Sonntag.

Und dann hauptsächlich immer wieder Morde überall. Pro Kopf die Höchst-Rate offenbar in Rosenheim. Jeden Dienstagmorgen: "Mir habet ene Laich." Und am Abend ist die dann im Vorprogramm des ZDF, zwischen Bett1.de, Kijimea pro, Tebonin und dem Lacalut-"Ich hab nur zwei Probleme"-Typ.

Am Bodensee wird ja immer montags gemordet. Aber Reise-Warnungen gibt es auch für Stralsund, Wismar oder Leipzig. Bad Tölz ist inzwischen wohl clean, Mord-Inzidenz gegen Null. Vermutlich nur scheinbar, da ist bloß der Bulle in Rente gegangen.

Mal so nebenbei: Wie viele Kripoleute ich im lockdown per Glotze kennengelernt habe, das geht auf keine Kuhhaut, von A wie Ainfachnur aus München bis Z wie Zielonka aus Hengasch.

Und dann passiert eines Abends was Unvorhergesehenes:

Wir sitzen da so traut auf’m Sofa, die vierte Wiederholung irgendeines uralt-Barnabys soll kommen, da ist der Bildschirm plötzlich schwarz.

(Krimi-Trailer – bricht plötzlich ab, Heinz fummelt ein wenig mit der Fernbedienung, kein Ergebnis)

Heinz: (schaut auf sein Smartphone, lacht): Das ist ja witzig.
Claudia: (schaut auf ihr iPhone, murmelt abwesend) Was denn?
Heinz: Das ist echt zu witzig. Dieser Clip. Könnt mich kringeln
Claudia: Dann zeig doch mal.
Heinz: Geduld! Ich schick's Dir gleich rüber.